WDR 2 Quintessenz - Reiseführer als App Wie gut funktioniert das?

Von Sabrina Loi

Vom Aufbau her ähneln sie ihrem klassischen Pendant in Buchform: Auch die Reiseführer-Apps bieten Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Museen, Hotels und Restaurants. Darüber hinaus punkten sie mit praktischen Funktionen, sortieren die Örtlichkeiten nach bestimmten Kriterien, zeigen auf der Karte an, wo man sich befindet oder stellen gleich ganze Routen individuell nach Wunsch zusammen.


Frau mit digitalem Reiseführer
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Frau mit digitalem Reiseführer

Testmöglichkeiten vor dem Kauf

Kostenpflichtige Apps liegen preislich zwischen etwa drei und zehn Euro – abhängig vom Anbieter und Zielort. Häufig kann man eine Vorschau, bei manchen Anbietern sogar einen ganzen Reiseführer für ein Beispiel-Ziel komplett herunterladen und sich so mit den Funktionen vertraut machen. Wer kein Geld ausgeben möchte, kann sich auch nach kostenlosen Apps für sein Reiseziel umsehen. Meist bestehen diese einzig aus einer Beschreibung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Kartenfunktionen stehen dann kaum zur Verfügung oder benötigen eine Internetverbindung. Vorsicht: Hier kann es gerade im Ausland zu hohen Roaming-Gebühren kommen!

Keine Extrakosten im Ausland

Die meisten – vor allem die kostenpflichtigen – Apps bieten an, alles nötige Material direkt auf das Telefon herunter zu laden. Das ist besonders praktisch bei Auslandsreisen: es fallen keine teuren Roaming-Gebühren fürs Internet an, denn alle Informationen sind offline verfügbar. Dank GPS funktionieren die Karten mitsamt Ortung trotzdem problemlos. So hat man immer im Blick welche Sehenswürdigkeiten oder Restaurants sich in der unmittelbaren Umgebung befinden. Praktisch: Man kann direkt drauf klicken und hat dann alle wichtigen Infos zur Hand – ohne Suchen oder Blättern. Manche App bietet sogar eine Routenfunktion an, so wird man geradewegs zur gewünschten Sehenswürdigkeit navigiert. Andere zeigen lediglich den eigenen Standort auf der Karte, was jedoch zumindest die Orientierung erleichtert.

"Augmented Reality" inklusive

Fast alle Apps werben mit einer "Augmented Reality" Funktion. Von dieser "erweiterten Realität" sollte man jedoch nicht zu viel erwarten: Schaut man sich seine Umgebung durch die Kamera seines Smartphones an, werden je nach Himmelsrichtung die Sehenswürdigkeiten, Restaurants oder Bars in der Nähe aufgezeigt – allerdings nur die Elemente, die auch auf der klassischen Karte zu sehen sind. Einziger Vorteil: Die ungefähre Entfernung wird angezeigt. Ansonsten bringt die Funktion keinen nennenswerten Mehrwert.

Ausführliche Informationen zum Reiseziel


Wer gerne Eselsohren in seine Reiseführer macht oder sich persönliche Notizen aufschreibt, sollte beim App-Kauf darauf achten, dass diese Funktionen inbegriffen sind. Einige Apps erlauben die Auswahl von Favoriten und das Erstellen von Notizen. Andere sind eher statisch aufgebaut und bieten diese Möglichkeit erst nach einer Registrierung an und dann auch nur übers Internet. Im Reiseführer schmökern, um sich ein Bild von seinem Urlaubsziel zu machen, kann man auch bei den Apps: Neben den Beschreibungen der einzelnen Sehenswürdigkeiten gibt es meist auch Infos zu Land und Leuten sowie allgemeine Reisehinweise. Viele Apps zeigen auch Bewertungen anderer Nutzer an und bieten an, selber eine abgeben. Für letzteres ist allerdings immer eine Registrierung nötig. Für die alleinige Nutzung der Apps muss man sich hingegen nicht registrieren. Viele klassische Reiseführer-Marken bieten ihre Bücher ebenfalls in App-Form an. Wer nun nach seinem Lieblingsreiseführer als App sucht, sollte aber unbedingt auf das Erscheinungsdatum achten: Teilweise sind die Bücher aktueller als die Apps.


Stand: 04.07.2012, 09.58 Uhr