WDR 2 Servicezeit - Reisen buchen im Internet Der Klick gegen Fernweh

Von Patrick Kremers

Vergleichsportale im Internet versprechen alles, was man für den perfekten Urlaub braucht. Einfach per Mausklick gibt es die billigsten Flüge, dazu den passenden Mietwagen, das günstigste Hotel oder auch gleich alles zusammen als Pauschalreise. Das ist bequem, birgt manchmal aber auch Risiken. Denn zwischen Angebot und Wirklichkeit klafft manchmal eine gewaltige Lücke. Ein paar Regeln helfen dabei, seriöse von unseriösen Anbietern zu unterscheiden.


Frau bucht eine Reise im Internet
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Frau bucht eine Reise im Internet

Sparen bei der Online-Buchung

Die Suchmaschinen im Internet filtern die Angebote und suchen das vermeintlich günstigste heraus. Übersichtlich ist das nicht unbedingt. So bekommt man etwa bei der Hotelsuche in London beispielsweise rund 350 Angebote. Das kostet Zeit. Denn entscheidet sich ein Kunde für ein Angebot, wird er durch einen Klick an den Anbieter weitergeleitet und kann dort seine Reise buchen.

Gefällt es aber doch nicht, dann muss man zurück zur Liste und mit dem nächsten Angebot von vorne anfangen. Das gilt auch, wenn sich zum Beispiel bei einer Flugbuchung herausstellt, dass unerwartet Zusatzgebühren anfallen, die das günstige Angebot plötzlich doch teurer machen – und das meist erst auf der allerletzten Seite. Die Online-Buchung kann also schon mal einige Stunden in Anspruch nehmen.

Der Zeitaufwand bringt dafür meist ein günstigeres Angebot als die Direktbuchung. Wichtig allerdings: Wer den nächsten Urlaub über ein Vergleichsportal buchen möchte, sollte sich aber besser nicht auf ein einziges Portal verlassen. Denn mal hat der eine Anbieter das beste Angebot, mal ein anderer. Ein Preisvergleich lohnt sich also.

Unseriöse Anbieter erkennen

Wer im Internet nach günstigen Reisen sucht, findet nicht nur Angebote der großen, bekannten und viel getesteten Anbietern, sondern auch solche von kleinen. Bei denen ist es nicht einfach zu erkennen, ob sie seriös arbeiten. Wichtig ist, dass auf der Webseite klar zu erkennen ist, wer die Reise anbietet und wer der Vertragspartner ist. Finger weg von Anbietern, die nur eine Postfach-Adresse angeben oder sich hinter einer teuren 0900er-Telefonnummer verstecken. Auch wenn die Buchungsabläufe unnötig kompliziert sind, sollte man besser die Finger von dem Angebot lassen. Wer sich unsicher ist, sollte besser zum Telefon greifen, kurz beim Anbieter anrufen und dort nachfrage – oder gleich komplett am Telefon buchen.

Misstrauisch sein

Nach einer Buchung im Internet schickt der Reiseanbieter eine Buchungsbestätigung per E-Mail. Die sollte man unbedingt gründlich lesen. Sind alle wichtigen Merkmale der Reise in der E-Mail aufgeführt – also das Land, das Hotel, der Zeitraum? Sind die Angaben über die Preise verständlich – und vor allem nachvollziehbar?

Grundsätzlich gilt: Nur dann im Netz buchen, wenn der Anbieter eine sichere Zahlungsmöglichkeit vorsieht. Wichtig ist außerdem, dass der Anbieter einer Pauschalreise einen Sicherungsschein hat. Das ist der Nachweis darüber, dass der Reiseveranstalter gegen Insolvenz und Zahlungsunfähigkeit versichert ist. Ob das der Fall ist, erfährt man meist auf der Internetseite des Anbieters. Im Zweifelsfall gilt auch hier: kurz anrufen und nachfragen.

Sonderfall X-Reisen

Sie sind der neueste Trend auf dem Reisemarkt und werden zumeist von Tochterfirmen etablierter Reiseveranstalter angeboten werden. Das Prinzip: Die Veranstalter schüren Pauschalreisen aus verfügbaren Hotelzimmern und Flügen – zum Tagespreis. So sind die Reisen zwar günstig, allerdings haben die Schnäppchen auch Nachteile. Teilweise werden bei der Anzahlung der Reise bis zu 40 Prozent des Gesamtpreises fällig. Und auch die Stornokosten fallen hoch aus, falls man die Reise wider Erwarten nicht antreten kann. Dadurch steigen für X-Reisen auch die Kosten für die Reiserücktrittsversicherung. Manche Versicherer bieten für X-Reisen nur noch Policen mit einer Selbstbeteiligung an.

Reiseinfos aus dem Netz

Einen Vorteil hat das Internet: Bevor man dort eine Reise bucht, kann man sich ausführlich über das Hotel oder den Ferienort informieren. Denn im Netz gibt es zahlreiche Bilder und Tipps – selbst für ganz abgelegene Orte. Mit Kartendiensten von Google oder Microsoft kann man zum Beispiel kostenlos schauen, wie weit das Hotel wirklich vom Strand entfernt liegt und ob der Anbieter bei dieser Angabe geschummelt hat.

Bewertungen hinterfragen

Wie zufrieden andere Kunden mit dem Hotel waren, kann man beispielsweise auf Bewertungsportalen nachlesen. Das Problem: Geschmäcker sind verschieden – der eine wohnt gerne in Hotels mit viel Trubel, der andere mag es lieber etwas ruhiger. Die Bewertungen sind also sehr subjektiv. Hinzu kommt: Manchmal schreiben die Hotelbetreiber auch selbst positive Bewertungen über ihr Hotel und versuchen so, mehr Gäste anzulocken. Was aus der Feder eines richtigen Urlaubers stammt und was die Hotels selbst geschrieben haben, lässt sich nicht immer direkt erkennen.


Stand: 16.01.2013, 00.00 Uhr