WDR 2 Servicezeit - Kinder im Straßenverkehr Fit für den Schulweg

Von Patrick Kremers

Ob zu Fuß, mit dem Roller oder mit dem Fahrrad – schon kleine Kinder sind täglich im Straßenverkehr unterwegs. Aber das ist auch gefährlich: Im vergangenen Jahr sind deutschlandweit mehr als 30.000 Kinder im Straßenverkehr verunglückt, 86 davon tödlich. Damit Kinder sicher durch den Straßenverkehr kommen, müssen sie früh üben.


Zwei Schulkinder stehen hinter einem parkenden Auto
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Zwei Schulkinder stehen hinter einem parkenden Auto

Vorbild sein

Im Kindergarten und in der Schule lernen Kinder meist die wichtigsten Verkehrsregeln kennen. Allerdings: Verkehrserziehung ist in erster Linie die Aufgabe der Eltern, nicht die der Schulen oder Kindergärten. Eltern sollten deshalb früh anfangen, ihre Kinder an den Straßenverkehr heranzuführen. Die wichtigste Regel dabei lautet: Vorbild sein! An roten Ampeln sollte man also stehen bleiben – auch, wenn weit und breit kein Auto zu sehen ist. Wichtig ist, den Kindern zu erklären, warum sie stehen bleiben müssen. Das gilt auch beim Überqueren von anderen Straßen – ganz egal, ob mit Zebrastreifen oder ohne.

Perspektive wechseln

Kinder sehen im Straßenverkehr viel weniger als Erwachsene. Eltern können das am besten nachempfinden, wenn sie einfach mal in die Hocke gehen, bevor sie eine Straße überqueren. Parkende Autos versperren die Sicht und Fahrzeuge, die von der Seite kommen, sieht man viel zu spät. Gleichzeitig können Autofahrer die Kleinen nur sehr schlecht am Straßenrand erkennen. Hinzu kommt, dass der Straßenverkehr vor allem für kleine Kinder sehr anstrengend ist. Wenn Eltern schon in der Hocke sind, können sie ja mal versuchen, eine Bordsteinkante zu überwinden. Gar nicht so einfach!

Üben, üben, üben

Selbst wenn Kinder die wichtigsten Verkehrsregeln kennen, fällt es ihnen häufig schwer, sie auch zu befolgen. Der Grund: Die Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit der Kinder entwickelt sich meist erst im Laufe der Zeit. Kleinkinder können zum Beispiel gar nicht richtig erkennen, ob ein Auto fährt oder parkt. Auch das Hineinversetzen in andere Verkehrsteilnehmer gelingt den meisten Kindern erst im Grundschulalter. Entfernungen und Geschwindigkeiten können Kinder sogar erst mit etwa acht Jahren einschätzen. Und erst mit 14 Jahren handeln Kinder im Straßenverkehr so sicher und vorausschauend wie ein Erwachsener.

Je früher, desto besser

Eltern tun ihren Kindern keinen Gefallen, wenn sie die Sprösslinge überall mit dem Auto hinfahren. So lernen die Kinder schließlich nie, wie sie sich im Straßenverkehr richtig zu verhalten haben. Stattdessen sollten Eltern mit ihren Kindern raus auf die Straße und üben. Hier die wichtigsten Tipps, die man dabei beachten sollte:

• Nie zwischen parkenden Autos auf die Straße gehen
• Vorm Überqueren der Straße gründlich nach rechts und links schauen, ob ein Auto kommt oder nicht
• Straßen zügig überqueren und nicht trödeln
• Beim Überqueren der Straße immer Blickkontakt mit Autofahrern halten
• Wenn eine Ampel in der Nähe ist, lieber einen kleinen Umweg in Kauf nehmen und die Ampel benutzen
• Besonders vorsichtig sein bei Ein- und Ausfahrten

Diese Regeln lassen sich leicht üben. Und wenn der Nachwuchs sie verinnerlicht hat, darf er auch mal das Kommando übernehmen. Dabei können Eltern leicht sehen, wie gut sich ihr Kind bereits alleine im Straßenverkehr bewegen kann. Und wenn es doch noch nicht so weit ist, braucht es noch ein paar Erklärungen – und natürlich weitere Übung.

Radtraining in Schulen

Wenn sich Kinder zu Fuß im Straßenverkehr gut orientieren können, kommt der nächste Schritt: Radfahren. Am besten üben Eltern mit ihren Kindern auf einem Verkehrsübungsplatz oder in Gegenden mit wenig Verkehr. Die Kleinen sollten immer einen Helm tragen, der schützt beim Sturz vom Rad vor gefährlichen Kopfverletzungen. Wichtig ist außerdem, dass die Kleidung hell und gut sichtbar ist, am besten sogar mit Reflektoren. So kann man sicher sein, dass Autofahrer die Kinder im Verkehr rechtzeitig sehen. In der Anfangszeit sollten Eltern ihre Kinder beim Radfahren immer gut im Blick behalten. Erst in der dritten oder vierten Klasse lernen die meisten Kinder in der Schule, worauf sie beim Radfahren achten müssen. Unter Anleitung von Experten gibt’s dann ein Fahrrad-Training mit einer Prüfung – und am Ende gibt’s den "Fahrradpass".


Stand: 08.08.2012, 09.00 Uhr