WDR 2 Quintessenz - Sonnenschutzmittel im Test Cremen gegen den Krebs

Von Stephanie Kowalewski

Jetzt, wo der Sommer und der Urlaub vor der Tür steht, füllen sich in den Supermärkten und Dorgerien die Regale wieder mit den unterschiedlichsten Sonnenschutzmitteln: Sprays, Cremes, Lotionen mit Lichtschutzfaktoren von 6 bis 50 versprechen Bräune ohne den schmerzhaften Sonnenbrand. Aber wie und womit schmiert man sich denn nun am besten ein?


Frau mit Sonnenbrand auf dem Rücken wird eingecremt
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Frau mit Sonnenbrand auf dem Rücken wird eingecremt

Gesunde Bräune gibt es nicht

Das Schönheitsideal der gebräunten Haut hält sich hartnäckig - trotz jährlich steigender Zahlen neuer Hautkrebsfälle. Deshalb warnen Ärzte und Krebsgesellschaften vor zu viel Sonne, denn schon die angeblich "gesunde Bräune" ist eine Schutzreaktion der Haut vor zu viel UV-B und UV-A-Strahlung. Damit die gefährlichen Strahlen nicht in tiefere Hautschichten eindringen können, werden vermehrt dunkle Pigmente gebildet und gleichzeitig verdickt sich die Haut.

Alle UV-Strahlen sind

Schuld sind die UV-Strahlen im Sonnenlicht, die die Haut gleich in mehrfacher Weise schädigen: die UV-B-Strahlen sorgen auf der obere Hautschicht für Rötungen und Sonnenbrände. Hinzukommen die UV-A-Strahlen, die wesentlich tiefer in die Haut eindringen. Sie schädigen das Bindegewebe und sorgen so für eine vorzeitige Hautalterung. Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft wird Hautkrebs durch alle Formen der UV-Strahlung ausgelöst. Jeder Sonnenbrand erhöht also das Hautkrebsrisiko!

Teuer nicht gleich gut

Wirksamer Sonnenschutz muss nicht teuer sein, im Gegenteil: Seit Jahren belegen die Produkte von Discountern und die Hausmarken von Drogerien die besten Plätze im Marktvergleich. Für den Schutz spielt es übrigens keine Rolle, ob es sich um eine Sonnenmilch, eine Creme, ein Gel oder Spray handelt. Bei den neuen, ganz besonders feinen Zerstäubern besteht allerdings die Gefahr, dass zu wenig aufgetragen wird.

Richtiges Eincremen

Das Motto heißt hier: viel hilft viel. Der auf der Packung angegebene Schutz ist nur gegeben, wenn in etwa die gleiche Menge Creme benutzt wird, wie in den standardisierten Testverfahren. Bei den Tests werden 2mg Sonnenschutzmittel pro Quadratzentimeter Körperoberfläche benutzt. Das entspricht bei einer Körperoberfläche von rund 1,5 Quadratmetern etwa 30 Gramm oder sechs Teelöffeln Creme oder pro Anwendung, pro Person. Tatsächlich landet aber erfahrungsgemäß nicht einmal die Hälfte der Menge auf dem Körper. Dadurch ist der Lichtschutz deutlich geringer, als auf der Packung angegeben. Außerdem sollte der Sonnenschutz etwa 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne aufgetragen werden. Wichtig: nicht die so genannten Sonnenterassen vergessen – also Ohren, Nase und Fußrücken.

Bezeichnungen Wasserfest und Sunblocker sind irreführend

"Wasserfest" darf sich eine Sonnencreme bereits nennen, wenn sie nach zwei mal 20 Minuten duschen oder baden noch die Hälfte des Lichtschutzfaktors bietet. Also wenn sie vor dem Schwimmen einen Lichtschutzfaktor 40 hatte und danach noch 20, dann darf sie sich wasserfest nennen. Genauso verwirrend ist der Begriff Sunblocker. Sunblocker blocken die UV-Strahlen nicht hundertprozentig, sondern nur zu einem gewissen Anteil. Mehrmaliges Nachcremen ist daher Pflicht – ganz gleich welchen Sonnenschutz man verwendet.

Welcher Lichtschutzfaktor ist richtig?

Faustregel hier: es sollte mindestens der Lichtschutzfaktor 20 sein. Sehr helle Hauttypen sollten - wie Kinder auch - einen höheren LFS wählen – am besten LSF 50. Wer in sehr sonnenreiche Länder reist braucht ebenso wie Bergsteiger ebenfalls einen höheren Lichtschutzfaktor. Hilfreich kann der so genannte UV-Index sein, den man auf zahlreichen Internetseiten finden kann. Der UV-Index (abgekürzt: UVI) gibt die sonnenbrandwirksame Bestrahlungsstärke im jeweiligen Urlaubsland an, die von der Sonne während des Tages auf einer horizontalen Fläche hervorgerufen wird.

Beim Bundesamt für Strahlenschutz heißt es dazu:


Audio

"Ein UVI 7 in Deutschland ist genauso zu bewerten wie der gleiche Wert in Kenia oder Kanada. Am Äquator beträgt der UVI bei unbedecktem Himmel auf Meereshöhe etwa 12. In Deutschland werden im Sommer UVI-Werte bis 8 erreicht, in den Hochlagen der süddeutschen Gebirgsregionen sogar noch höhere Werte. Je höher der UVI an einem Tag ist, desto schneller kann bei ungeschützter Haut ein Sonnenbrand auftreten."


Stand: 08.06.2012, 09.00 Uhr