WDR 2 Hörerin Michaela Stöber (49) "Nachfragen hilft bestimmt"

"Es war "Tanztee" in einem Club und ich wollte dem DJ imponieren." Michaela Stöber war zwölf, als sie ihre erste Zigarette geraucht hat. Ihre längste Pause von der Sucht hat immerhin fünf Jahre gedauert. Ganz leicht war das damals, erinnert sie sich. Aber dann kam ein unschöner Anruf, sie hat sich eine angesteckt - und war sofort wieder bei drei Schachteln am Tag.


Michaela Stöber

Michaela Stöber

"Ich freue mich jetzt schon darauf, wie stolz ich auf mich sein werde"

Rüdiger – so hat Michaela Stöber ihren inneren Schweinehund getauft. Und der plagt sie, diesmal viel mehr als in der Rauchpause vor ein paar Jahren. Vier Tage hat sie trotzdem ohne eine einzige Zigarette durchgehalten, seit sie am 1. Februar mit dem Aufhören angefangen hat. Aber dann: Das Wochenende. Da hat Rüdiger die Oberhand gewonnen. Michaela Stöber ist schwach geworden – und schwer sauer auf sich selbst. Aufgeben will sie auf keinen Fall. Montag geht es weiter. Ohne Zigaretten - und Rüdiger zum Trotz.

Mittwoch, 15.02.2012
"Tagebuch kann ich mir sparen"

Einen ganzen Tag ohne Zigarette – das wünscht sich Michaela Stöber. Aber das hat sie nach ihren ersten vier rauchfreien Tagen noch nicht wieder geschafft. Rüdiger, ihr innerer Schweinehund hat sich als stärker erwiesen. Bisher. Jetzt versucht sie erst einmal, weniger zu rauchen. Und mit etwas Glück dann auch, Rüdiger doch noch ein Schnippchen zu schlagen. Ihre Strategie: Eine neue Deadline, ab der sie das Rauchen ganz sein lassen will. Sie ist immer noch sauer auf sich selbst und sagt deshalb: "Wenn ich es nicht hinbekomme, noch mal zu starten, steige ich aus."

Mittwoch, 22.02.2012
"Zehn weniger am Tag"

Michaele Stöber hält durch. "Das ist sooooo schwer", schreibt die Eschweilerin in ihr Aufhör-Tagebuch. Aber sie hat das Vorhaben „kompletter Rauchstopp“ noch nicht an den Nagel gehängt. Seit dem 14. Februar sind es maximal 20 Zigaretten am Tag, etwa eine jede Stunde. Das sind immerhin schon zehn weniger als zuletzt. "Wie lange ich das durchhalte, weiß ich nicht", sagt sie. "Von da zurück bis auf 30 ist es zwar nicht weit. Aber wenn ich es so recht bedenke: Es ist dieselbe Entfernung wie zu zehn…" Einen neuen Termin für den endgültigen Abschied von der Zigarette hat Michaela Stöber allerdings noch nicht festgelegt. Aber sie arbeitet daran.

Mittwoch, 29.02.2012
"Ich bleibe am Ball"

"Ich bin immer noch bei maximal 20 Zigaretten am Tag. Leichter ist es nicht geworden, so diszipliniert zu sein." Michaela Stöber versucht es weiter nach der Uhr: Eine pro Stunde, mehr will sie nicht rauchen. "Es ist kein guter Weg, weil während der Stunde des Nichtrauchens die Gedanken ständig auf das Ende der Stunde zielen. Aber ganz geht nicht". Wenn sie gar nicht raucht, wird Michaela Stöber aggressiv. Das ist ein Problem. "Ich bin ein sehr friedlicher Mensch, und der Entzug macht mich zum verbalen Gegenteil. Das geht mal gar nicht. Das ist niemandem zuzumuten", sagt die Sozialarbeiterin. Aber sie will am Ball bleiben: "Die 20 - manchmal sind es auch etwas weniger - bleiben erst mal das Maximum. Bis Ende Mai bin ich dann clean - oder auf 40 - wer weiß das schon."

Mittwoch, 07.03.2012
Diese Runde geht an Rüdiger

Michaela Stöber kämpft seit Wochen gegen ihren inneren Schweinehund. Aber am Ende hat Rüdiger sich – im Moment - als der Stärkere erwiesen: "Ich schaffe es nicht. Ich breche jetzt wirklich ab. Der Druck, ständig an dieses Thema und mein Nichtfunktionieren zu denken, ist zu groß. Ich bin raus und wünsche allen anderen Teilnehmern, dass sie stolz und genussreich rauchfrei leben können.“ Aber das Projekt "Aufhören" ist für Michaela Stöber nur verschoben, nicht zu den Akten gelegt: „Irgendwann wird mein Tag auch wieder kommen."


Stand: 18.04.2012, 09.58 Uhr