WDR 2 Quintessenz - Studentenkredite: Wo gibt es günstiges Geld?
Viele Studierende kennen das Problem: Das Geld zum Lebensunterhalt reicht hinten und vorne nicht, oder es wird gerade auf der Zielgeraden knapp, wenn kurz vor dem Abschluss keine Zeit mehr zum Jobben ist.

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Geldscheine
In diesem Fall kann ein Studienkredit helfen. Solche Kredite werden z.B. von staatlichen Stellen wie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) oder von einigen regionalen und überregionalen Banken und Sparkassen vergeben.
Unterschiedliche Kreditarten
Studienkredite sind, je nach Anbieter, für das ganze Studium oder nur für bestimmte Phasen oder Zwecke der Uni-Ausbildung erhältlich: Angebote zur allgemeinen Studienfinanzierung von der KFW, einigen Großbanken und Sparkassen sollen z.B. Lebenshaltungskosten und Studiengebühren abdecken. Überbrückungs-, Zwischen- und Abschlussfinanzierungskredite sind dagegen z.B. nur für die Zeit vor dem Examen gedacht und werden u. a. vom Bundesverwaltungsamt und den Studentenwerken vergeben. Diese Art von Studienkredit ist teilweise sogar zinsfrei. Eine weitere Variante sind die Studienbeitragsdarlehen zur Finanzierung der Studiengebühren, die vor allem staatliche und private Hochschulen anbieten.
Einschränkungen
Zwar hat jeder Studierende mit der entsprechenden Bonität auch Anspruch auf einen Kredit. Tatsächlich gibt es aber in der Regel Einschränkungen: Viele Anbieter vergeben einen Studienkredit nur, wenn der Student noch nicht älter als 30 ist, wenn es sich um ein Erststudium handelt oder ein bestimmter Notendurchschnitt erreicht wurde. Manchmal spielt sogar das Studienfach eine Rolle: Schlechte Berufsaussichten könnten schließlich die Rückzahlung erheblich erschweren.
Auf die Bedingungen achten
Die Höhe der monatlichen Auszahlung ist bei den meisten Anbietern begrenzt. Andere wie z.B. die Sparkasse Essen limitieren dagegen nur die Gesamtauszahlungssumme. Um die Angebote der verschiedenen Anbieter besser vergleichen zu können, sollten Studierende auf die Angaben zum Effektivzins achten. Im Gegensatz zum Nominalzins sind darin alle Kosten und Gebühren enthalten.
Lieber Festzins wählen
Mit einem festen Zinssatz für die gesamte Laufzeit lässt sich besser planen, als mit einem variablen, der während der Laufzeit verändert werden kann. Bei manchen Krediten muss man zudem sofort mit der Rückzahlung beginnen, was die monatliche Auszahlung schmälert. Verbraucherschützer raten daher zu Angeboten, bei denen die Rückzahlung erst nach Ende des Studiums beginnt. Gut ist auch, wenn zwischen Studiumende und Rückzahlungsbeginn eine möglichst große "Ruhezeit" liegt.
Lokale Angebote beachten
Manche Kreditofferten sind regional begrenzt, wie z.B. der Studentenkredit der Sparkasse Herford oder der Bildungskredit der Sparkasse Essen. Die günstigsten Konditionen bietet nach Meinung von Verbraucherschützern derzeit allerdings die KFW-Förderbank.
"Den besten Studienkredit" gibt es nicht
Audio
- Audio: WDR 2 Quintessenz: Studentenkredite (08.10.2012) Thomas Samboll, WDR 2 Mittagsmagazin
Die Auswahl eines Studienkredit-Angebots richtet sich aber auch immer nach den individuellen Bedürfnissen. Deshalb kann es auch nicht "den besten Studienkredit" geben. Wichtig ist auf jeden Fall, vor dem Kreditantrag einen Kassensturz zu machen, um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln - und natürlich alle anderen möglichen Geldquellen wie BAFöG, Stipendien, Eltern und Verwandte, Nebenjobs usw. auszuschöpfen. Erst dann sollte diese Art der Studienfinanzierung in Betracht kommen. Denn natürlich gilt auch hier: Der beste Kredit ist gar kein Kredit!
Stand: 08.10.2012, 09.39 Uhr
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