WDR 2 Servicezeit - Teurer Fehler: E 85 statt E 10 im Tank
Früher, da gab es an den Tankstellen drei Zapfsäulen: Diesel, Normalbenzin und Super. Wer eine Stammtankstelle hatte, wusste schon, wo er halten musste. Heute kommt selbst eine kleine Tankstelle nicht mit weniger als vier Zapfsäulen aus. Und an jeder gibt es mindestens fünf Kraftstoffsorten. Manchmal auch noch mehr.

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Zapfhahn in einer Hand
Wen wundert es da, dass immer wieder Autofahrer daneben greifen und den falschen Kraftstoff tanken. So etwas kann fatal enden, für den Geldbeutel und für den Motor.
Falsch getankt, wie es passiert
Natürlich kann es einfach nur sein, dass ein Autofahrer beim Tanken abgelenkt wird oder dass er müde und deshalb unaufmerksam ist. Viel häufiger kommt es aber vor, dass Tankstellenkunden auf die phantasievollen Namen von Premium-Kraftstoffen hereinfallen. Sie sehen zum Beispiel nur "Super" und lesen dann nicht das Wort "Diesel" dahinter. Meistens trifft es allerdings Dieselfahrer, die versehentlich Benzin tanken. Mit etwas Geschick ist es aber durchaus auch möglich, den dickeren Dieselzapfhahn in einen Benzin-Tankstutzen reinzuquetschen.
Was tun, wenn es passiert ist?
Wer seinen Fehler noch an der Tankstelle bemerkt, sollte auf keinen Fall weiter fahren. Am besten den Wagen zur Seite schieben. Nicht den Motor anlassen. Auch nicht für wenige Meter Fahrt. Wenn die Tankstelle eine angeschlossene Werkstatt hat und sich bereit erklärt, den Tankinhalt abzulassen oder abzusaugen, umso besser. Dann kommt man mit den Entsorgungskosten für das Kraftstoffgemisch davon, die nach ADAC-Angaben zwischen 2,50 und 10 Euro pro Liter liegen können. Denn eine Mischung aus E10 und E85 oder aus Benzin und Diesel kann niemand weiter verwenden.
Ansonsten muss man einen Abschleppwagen ordern und das Auto zu einer Werkstatt transportieren lassen, die über entsprechende Sammelbehälter für die Entsorgung verfügt. Wer Mitglied eines Automobilclubs ist oder über seine Versicherung einen Schutzbrief abgeschlossen hat, kann dort um Hilfe bitten und hoffen, dass die Kosten zumindest teilweise übernommen werden.
Was besser nicht passieren sollte
So lange der Motor nach dem Tanken nicht gestartet wird, befindet sich der falsche Kraftstoff nur im Tank. Wenn man den Motor jedoch anlässt, dann gerät das unheilvolle Gemisch auch in die Kraftstoffleitungen und in die Einspritzanlage. Es dort zu entfernen, ist mit wesentlich mehr Aufwand verbunden, als nur den Tank zu leeren. Wer so weit fährt, dass der Motor anfängt zu qualmen und zu husten, riskiert Schäden an der Einspritzanlage und der Maschine selber. Das kann bis zum Motor-Totalschaden führen, dessen Reparatur viele tausend Euro kostet.
Wie man verhindern kann, dass es gar nicht erst passiert
Audio
- Audio: WDR 2 Quintessenz: Falsch getankt (12.11.12) Bernd Debus, WDR 2 Westzeit
Wer sich ein neues Auto kauft, kann darauf achten, dass der Tankstutzen bereits serienmäßig einen Schutz vor Fehlbetankung hat. Die Systeme machen sich den Umstand zu nutze, dass Diesel-Zapfpistolen einen größeren Durchmesser haben als die für Benzin. Wer in seinem Haushalt mehrere Autos hat, die noch dazu unterschiedliche Kraftstoffsorten benötigen, kann auf Nummer sicher gehen und die Tankklappe mit dem Namen der richtigen Kraftstoffart beschriften. Das sieht zwar nicht unbedingt schön aus, ist aber eine ziemlich sichere Methode, um Fehlbetankungen zu vermeiden.
Stand: 12.11.2012, 00.00 Uhr
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