WDR 2 Quintessenz - Tipps gegen stinkende T-Shirts: Penetranter Schweißgeruch
Es mag noch so heiß werden: Nach Schweiß stinken möchte niemand. Deshalb duscht man sich im Sommer besonders häufig, benutzt Deo und wechselt vielleicht etwas häufiger als sonst seine Oberteile. Doch manchmal riecht selbst ein frisch gewaschenes T-Shirt kurze Zeit später schon wieder nach Schweiß.

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Schweißfleck
Hohlräume als Schweißfallen
Moderne Textilien werden mit gedrehten (getrimmten) Fasern hergestellt. Damit soll Feuchtigkeit so schnell wie möglich von der Haut nach außen transportiert werden. Dadurch kühlt man ab - der Schweiß bleibt nicht auf der Haut stehen. Das ist der Vorteil. Der Nachteil ist, dass in den gedrehten Fasern Hohlräume entstehen, in denen sich die organischen Moleküle – also der Schweißgeruch – wunderbar einnisten können. Dies betrifft alle Textilien, aber besonders Baumwolle und Mikrofasern. Denn die Textilien aus Mikrofasern bestehen aus sehr vielen kleinen Fasern, so dass sich im Innern extrem viele feine Kanäle bilden. Und somit auch viele Hohlräume.
Heißes Wasser hilft
Um die Schweißmoleküle aus den Hohlräumen zu entfernen, braucht man viel Wasser, eine nicht zu volle Waschmaschinentrommel, die höchstmögliche Temperatur, die das Kleidungsstück verträgt und ein Vollwaschmittel. Denn viel Wasser und ein langer Waschgang spülen die Hohlräume mehrmals durch, die Moleküle werden durch die Hitze abgetötet. Je höher die Waschtemperatur, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Schweißmoleküle weg sind. Bevor man ein penetrant und dauerhaft stinkendes T-Shirt wegschmeißt, sollte man es mit einer 60-Grad- oder sogar 95-Grad Wäsche versuchen. Es kann auch helfen, die Kleidungsstücke in heißem Wasser vorab einzuweichen. Aber: auf keinen Fall sollte ein umweltschonenden Waschgang gewählt werden! Denn das bedeutet eine niedrige Temperatur, nicht so viel Wasser und ein kurzer Waschgang. Hier ist die Gefahr groß, dass ein Teil der Schweißmoleküle in den Fasern bzw. in den Hohlräumen hängen bleibt. Das Kleidungsstück ist zwar oberflächlich sauber, aber nicht – wie in der Werbung - porentief rein.
Nutzlose Hausmittel
Tipps wie T-Shirt einfach einfrieren, wirken leider nicht. Im Gefrierschrank können Parasiten getötet, aber keine Schweißmoleküle vernichtet werden. Auch Essig, Kernseife, Weichspüler oder besondere Sportwaschmittel können die Schweißmoleküle nicht aus ihren Hohlräumen vertreiben.
Umweltfreundlich waschen
Als "niedrige Temperaturen" für die Textilwäsche werden Temperaturen verstanden, die niedriger als 30 °C sind. Früher wurde Wäsche oft gekocht, um hygienisch sauber zu werden. Doch aufgrund der zunehmend wirksameren Waschmittel und der fortschreitenden Modernisierung der Waschmaschinen wurde ein Trend zu geringeren Waschtemperaturen und zur Verwendung von entsprechend weniger Waschmittel und Wasser je Waschgang möglich. Dies kommt der Umwelt und dem Geldbeutel zugute.
Heiß und kalt waschen
Audio
- Audio: WDR 2 Quintessenz: Stinkende T-Shirts (03.08.2012) Beate Kowollik, WDR 2 Westzeit
Damit sich im Innenraum der Waschmaschine keine sogenannten "Biofilme" von Bakterien bilden können, sollte circa jede fünfte Wäsche, mindestens aber alle 14 Tage, einmal bei 60 Grad mit einem bleichmittelhaltigen Voll- bzw. Universalwaschmittel gewaschen werden. Bestimmte Wäschestücke sollten aus Hygienegründen grundsätzlich nicht bei niedrigen Temperaturen gewaschen werden. Hierzu zählen beispielsweise Unterwäsche, Servietten, Bettwäsche, Spüllappen und Handtücher sowie Wäsche, die mit (Haus-)Tieren in Berührung gekommen ist.
Stand: 03.08.2012, 09.00 Uhr
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