WDR 2 Quintessenz - Verkehrsrechtschutz im Test Auch für Fußgänger

Von Andreas Braun

2,3 Millionen Verkehrsunfälle hat die Polizei im letzten Jahr aufgenommen. Das heißt: Pro Minute knallt es auf deutschen Straßen vier bis fünf mal. Oft ist nicht klar, wer Schuld hat und dann geht die Sache schnell vor Gericht. In so einer Situation ist eine Verkehrsrechtsschutzversicherung hilfreich. Sie übernimmt die Kosten für Anwalt und Gericht, wenn der Versicherte für sein Recht kämpfen muss.


Zwei Frauen begutachten einen Blechschaden
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Zwei Frauen begutachten einen Blechschaden

Was die Versicherung abdeckt

Verkehrsrechtschutzversicherungen greifen nicht nur bei Streitigkeiten wegen eines Autounfalls. Auch Fußgänger, Radfahrer, Inlineskates- oder Skateboardfahrer, die im Straßenverkehr zu Schaden kommen, können im Streitfall auf den Verkehrsrechtschutz setzen. Je nach Leitungsspektrum decken die Tarife sogar Streitigkeiten nach dem Autokauf, beim Leasing oder mit der Werkstatt ab. Wer versichert ist, geht bei einem Gerichts-Prozess kein finanzielles Risiko ein: Wenn er Recht bekommt, muss der Gegner die Kosten tragen, unterliegt er, springt die Versicherung ein und zahlt die Kosten für Anwalt, Gericht und Gutachter.

Tarife nach persönlicher Situation

Die Policen unterscheiden sich vor allem danach, wie viele Personen und Fahrzeuge mitversichert sind. Die Varianten reichen von Tarifen für Singles mit eigenem Fahrzeug bis zu großen Paketen für Familien mit mehreren Autos. Dabei sind auch die Familienmitglieder mitversichert, die nicht im Auto sitzen, sondern zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. Es gibt sogar Tarife für Menschen, die kein eigenes Auto besitzen. Der sogenannte Fahrerrechtsschutz deckt zum Beispiel Streitigkeiten ab, die nach einem Unfall mit einem Miet- oder Carsharing-Auto entstehen können. Der Nachteil bei dieser Variante: Vertragsstreit zwischen Mieter und Vermieter des Autos decken die meisten Policen nicht ab.

Kosten

Im Verhältnis zur allgemeinen Rechtschutzversicherungen ist der Verkehrsrechtschutz recht günstig zu haben. Nach Angaben von Finanztest sind gute Policen für Singles schon ab 65 Euro Jahresbeitrag ohne Selbstbehalt zu haben. Die Familientarife sind für etwa 20 Euro zusätzlich nicht wesentlich teurer.

Das Kleingedruckte


Bei vielen Tarifen genießen die Kunden erst nach einer Wartezeit den Versicherungsschutz. Die kann mehrere Monate betragen, die Versicherung kommt also im Zweifel erst bei Streitfällen auf, die nach Ablauf dieser Zeit passieren. Außerdem räumen sich viele Versicherer ein einseitiges Kündigungsrecht ein: Nimmt der Kunde die Versicherung zu oft in Anspruch, fliegt er raus. Das kann schon ab zwei Schadensfällen pro Jahr der Fall sein. Quelle: Finanztestentrale NRW


Stand: 20.06.2012, 09.58 Uhr