WDR 2 Quintessenz - Ein Nummernschild für zwei Fahrzeuge Das neue Wechselkennzeichen

Von Melih Serter

Ein Nummernschild für zwei Autos. Nach den positiven Erfahrungen vieler Zweitwagenbesitzer in Österreich und der Schweiz, wird am ersten Juli das sogenannte Wechselkennzeichen auch in Deutschland eingeführt.


Zwei Autokennzeichen
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Zwei Autokennzeichen

Autofahrer, die neben ihrem Alltagswagen noch ein Wochenendfahrzeug in der Garage stehen haben oder ein "Schön-Wetter Auto" besitzen, haben schon lange darauf gewartet. Doch im Gegensatz zu den beiden Nachbarländern, bringt das Wechselkennzeichen in Deutschland kaum finanzielle Vorteile für Autobesitzer.

Fiskus hält die Hand auf

Während in Österreich und der Schweiz Wechselkennzeichenbesitzer Geld sparen können, weil dort nur das teurere Fahrzeug versteuert wird, sieht das deutsche Modell keine Steuerersparnis vor. Auch wenn das Auto ohne das Wechselkennzeichen noch nicht einmal am Straßenrand stehen darf, fordert das Finanzamt die volle Steuer für beide Fahrzeuge. Auch versicherungstechnisch wird es für Wechselkennzeichenbesitzer kaum mehr Sparpotential geben, als bisher der Fall ist.

Nur wenige Versicherer bieten Spartarife

Viele Versicherer halten sich noch zurück und warten ab, wie sich der Markt entwickelt. Andere betrachten die Wechselkennzeichen-Fahrzeuge als Erst- und Zweitwagen, deren Versicherung bei einem Unternehmen oft sowieso schon rabattiert ist. Beide Autos müssen weiterhin separat und häufig nach Laufleistung versichert werden. Nur einige wenige Versicherer kündigen Spartarife an und winken mit Rabatten von bis zu 40%. Allerdings treffen diese nur unter ganz bestimmten Umständen zu.

Es lohnt sich nur im Einzelfall

Der ADAC hat ausgerechnet: Ein Mercedes E 220 und ein VW Polo würden mit Standardkennzeichen zusammen 1366 Euro jährlich an Versicherung kosten. Mit dem Wechselkennzeichen nur 870 Euro. Aber das sind Einzelfälle. Individuell muss jeder Versicherungsnehmer zumindest seine Schadenfreiheitsklasse in die Kalkulation mit einbeziehen. Und dann kommt es zusätzlich darauf an, welcher Versicherungsschutz für das jeweilige Fahrzeug gewählt wird - ob nur Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko, mit oder ohne Selbstbeteiligung.

Fahrzeuge nicht beliebig kombinierbar

Laut Straßenzulassungsordnung können die neuen Wechselkennzeichen für Fahrzeuge der Klassen M1, L und O1 beantragt werden. M1 sind alle PKW, Wohnmobile und Busse, die mindestens vier Räder und höchstens acht Sitzplätze plus Fahrersitz haben. In die Klasse L fallen sämtliche Motorräder, Quads und Trikes. Die Fahrzeugkategorie O1 umfasst Anhänger mit einer Gesamtlast bis 0,75 Tonnen. Die Klassen sind nicht untereinander kombinierbar. So kann zum Beispiel der Auto- und Motorradfahrer kein Wechselkennzeichen für seine beiden Fahrzeuge bekommen.

Die Kosten


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Wer sich für ein Wechselkennzeichen entscheidet, sollte etwa 100 Euro für neue Nummernschilder und die Zulassungsgebühr bereit halten. Dafür gibt es Hauptnummernschilder, die ein kleines "W" in der Mitte haben und jeweils an den Fahrzeugen fest montiert sein müssen. Dazu kommt ein kleines Nebenkennzeichen. Nur das Fahrzeug mit dem Zusatzschild darf am Straßenverkehr teilnehmen, sonst drohen 50 Euro Bußgeld.


Stand: 29.06.2012, 09.58 Uhr