WDR 2 Quintessenz - Borreliose und FSME Blutsauger unterwegs

Die Zahlen sind neu und erschreckend: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland mehr als 400 Fälle von FSME gemeldet. Dabei handelt es sich um eine Hirnhaut-Entzündung, die von Zecken übertragen wird.


Eine Zecke auf einer Hand
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Eine Zecke auf einer Hand

Das Robert-Koch-Institut in Berlin hat nachgerechnet und herausgefunden, dass es im Jahr davor erheblich weniger Fälle waren: 2010 erkrankten nur etwa 260 Menschen an FSME. Vor allem in den bekannten Risikogebieten in Süd-Deutschland hat die Zahl der Erkrankungen zugenommen.

Wo lauert die Gefahr?

Wenn es wärmer wird, steigt für Menschen und Tiere die Gefahr von einem dieser kleinen Blutsauger gebissen zu werden. Zecken lassen sich bei der Suche nach einem Opfer übrigens nicht von Bäumen fallen sondern sitzen in hohem Gras oder in dichtem Gebüsch. Ihr Biss ist nicht immer ungefährlich, infizierte Zecken können Krankheiten übertragen.

Frühsommer Hirnhautentzündung (FSME)

FSME wird durch einen Virus verursacht, den Zecken auf den menschlichen Körper übertragen können. Die Mehrzahl der Blutsauger ist allerdings nicht mit diesen Krankheitserregern verseucht. Außerdem haben rund 70 Prozent aller FSME-Infektionen keine Folgen. Bei rund 30 Prozent kommt es zu grippeähnlichen Symptomen. Nur in wenigen Fällen entwickelt sich eine FSME-Infektion tatsächlich zu einer Hirnhautzündung. Regionen mit FSME infizierten Zecken gibt es vor allem in Süddeutschland, in Osteuropa und in Skandinavien.

FSME Impfung

Es gibt eine sehr wirksame Impfung gegen den FSME Erreger. Die Behandlung besteht aus insgesamt drei Impfungen. Der Impfschutz beginnt etwa 14 Tage nach der 2. Impfung. In der Regel zahlen die Krankenkassen die Behandlung, wenn man in einem Risikogebiet in Deutschland lebt oder dorthin in Urlaub fahren will. Ansonsten kostet eine Zeckenimpfung rund 100 €.

Borreliose

Borrelien sind Bakterien, die beim Zeckenstich in die Wunde übergehen können. Zwischen 5 und 30 Prozent der Zecken sind mit diesen Krankheitserregern verseucht. Typisches Zeichen einer Borreliose ist die kreisförmige Rötung an der Stichstelle (Wanderröte). Diese Rötung kann auch erst Tage oder Wochen nach dem Biss auftreten. Zeigt der Butttest, dass tatsächliche eine Infektion vorliegt, muss der Arzt ein Antibiotikum verschreiben. Gefährlich wird eine Borreliose, wenn sie nicht erkannt wird. Dann können auf Dauer Gelenke und Nerven geschädigt werden. Einen Impfschutz  gegen Borreliose gibt es nicht.

Schutz gegen Zecken

Vor dem Spaziergang eine lange Hose anziehen und die unbedeckten Hautstellen mit einem Anti-Zeckenmittel einreiben. Allerdings schützen die meisten dieser so genannten Repellents nur für kurze Zeit. Deshalb nach dem Ausflug ins Grüne immer auch den Körper absuchen. Zecken lieben es vor allem warm und feucht. Sie sitzen deshalb mit Vorliebe im Schritt, in der Achselhöhle und bei Kindern gern auch auf dem Kopf.

Was tun nach einem Zeckenstich?


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Mit einer Pinzette oder einer Zeckenzange möglichst dicht an der Haut die Zecke packen und langsam herausziehen (nicht drehen). Die Zecke auf keinen Fall quetschen, sonst sondert das Tier aus Panik Bakterien oder Viren in die Wunde ab. Nach dem Entfernen der Zecke die Wunde desinfizieren.


Stand: 05.06.2012, 09.00 Uhr