WDR 2 Quintessenz - Weltspartag Wenig Zinsen für sichere Geldanlage

Von Ulrich Ueckerseifer

In dieser Woche ist Weltspartag. Da werben die Banken und Sparkassen immer kräftig für ihre Produkte. Für alle, die Geld anlegen wollen, ist es schon seit Jahren eine eher maue Zeit: Die Zinsen sind niedrig und bleiben es wohl auch. Wohin also mit dem Ersparten, das nicht gleich für Jahrzehnte angelegt werden soll? Fragen und Antworten zu Tagesgeld, Festgeld und den aktuellen Trends bei der Geldanlage.


Sparbuch mit Euroscheinen
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Sparbuch mit Euroscheinen

Tagesgeldkonto als modernes Sparbuch: Wie viel gibt's da im Moment für Zinsen?

Gut ein Prozent Zinsen - das ist der aktuelle Mittelwert bei den Tagesgeldkonten. Das ist deutlich weniger als die Inflationsrate, man verliert also Geld. Wenn man zu einer Bank wechselt, bei der man vorher noch kein Kunde war, dann sieht es etwas besser aus. Für Neukunden sind auch zwei Prozent drin – nach Berücksichtigung der Inflationsrate von derzeit ebenfalls rund zwei Prozent bleibt zumindest der Wert der Anlage erhalten.

Da eine Änderung des derzeitigen Zinsniveaus nicht in Sicht ist, wird sich also auch an den niedrigen Tagesgeldkonten nicht viel ändern.

Darum der Tipp: Nur den "Notgroschen" auf dem Tagesgeldkonto lassen, das sind in der Regel nicht mehr als drei Monatsgehälter. Wer zum Beispiel bislang 20.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto hat, der sollte mindestes die Hälfte auf ein Festgeldkonto umschichten. Da gibt's bei Banken Angebote mit sehr guter Sicherheit zum Beispiel bei vier Jahren Laufzeit drei Prozent Zinsen. Die Angebote kann man leicht über Vergleichsrechner im Internet näher in Augenschein nehmen.

Welche Alternativen habe ich, wenn ich mein Geld in Deutschland anlegen möchte und es außerdem sicher sein soll?

Da gibt es derzeit vor allem zwei Möglichkeiten:
Möglichkeit 1: Ein Festgeld mit einer Laufzeit von mehreren Jahren bringt zumindest mehr, als die Inflation auffrisst.

Möglichkeit 2: Was sich für alle lohnen könnte, die sich ein kleines bisschen auskennen, sind Anleihen von großen Unternehmen. Die gibt es schon seit vielen Jahrzehnten. Im Moment aber ist die Auswahl besonders groß, weil es für Unternehmen wie VW oder Bayer deutlich billiger ist, sich von Anlegern direkt Geld zu leihen als von der Bank. So bekommt man immerhin noch einen Zinssatz, der höher ist als die Inflationsrate. Die Laufzeiten liegen meistens zwischen drei und zehn Jahren. Entscheidend ist die Überlegung: Wird es dieses Unternehmen auch noch in zehn Jahren noch geben, selbst wenn die Krise sich noch verschärfen wird? Wer das mit "Ja" beantwortet, der kann auch die entsprechenden Unternehmensanleihen kaufen.

Was empfehlen denn die Banken derzeit?

Derzeit gibt es bei Anlageberatern zwei Trends:
Erster Trend: Banken empfehlen immer gern Kombiprodukte – zum Beispiel ein Tagesgeld mit einem guten Zinssatz, garantiert zum Beispiel für ein halbes Jahr verbunden mit einem Zertifikat, also einer Anleihe. Der Haken: Den guten Zins auf dem Tagesgeldkonto gibt es garantiert oft nur für wenige Monate, während das Zertifikat eine in der Regel lange Laufzeit hat. Außerdem kassieren Banken bei Zertifikaten oft hohe Gebühren, die nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind.

Zweiter Trend: Anlagen in Anlagen in fremder Währung, zum Beispiel Franken, Dollar oder Kronen. Das Argument vieler Anlageberater: Wenn sich in der Krise die Lage im Euroraum weiter zuspitze, dann sei das Geld "in Sicherheit", weil der Anleger vor einem Wertverfall des Euro geschützt sei. Außerdem seien die Zinsen in anderen Ländern teilweise deutlich höher als in Deutschland.


Aber: Die Anlage in fremder Währung beinhaltet immer ein Wechselkursrisiko. Nach Einschätzung von Fachleuten muss man daher genau auf das einzelne Land schauen.


Stand: 29.10.2012, 09.39 Uhr