Energielabel für Autoreifen Klassifizierte Reifen

Von Arndt Brunnert

Kühlschränke haben es schon lange, Autos seit knapp einem Jahr und jetzt sind auch die Reifen dran. Ab dem 1. November müssen Reifen ein Energielabel tragen. Das gilt für alle Pneus, die ab Sommer hergestellt worden sind, also vor allem für Winterreifen. Das Label soll die Auswahl der richtigen Reifen erleichtern – zumindest ein bisschen.


Anders als beim Kühlschrank geht es beim Reifen-Label nicht nur um den Energieverbrauch. Das Label unterscheidet drei Kategorien: den Rollwiderstand, das Verhalten des Reifens bei Nässe und seine Geräusche. Der Rollwiderstand sagt etwas aus über die Frage, wie leicht ein Reifen rollt und damit darüber, wie stark er beim Spritsparen hilft. Für die meisten Autofahrer dürfte es ebenso wichtig sein, wie sich der Reifen bei Nässe verhält - im Winter schließlich der häufigste Straßenzustand. Die Bewertung in beiden Kategorien reichen von der Bestnote A bis zu G für die schlechtesten Reifen. Der Lärm, den ein Reifen beim Fahren erzeugt, der wird in Dezibel angegeben.

Label sollte nicht einziges Entscheidungskriterium sein

Hauptproblem des Labels: Es unterscheidet nicht zwischen Sommer- und Winterreifen. Und es macht auch keine Aussagen darüber, wie sich ein Reifen auf Schnee und Eis verhält. Also sollte man sich nicht nur an dem Label orientieren. Bei den Reifentests von ADAC und Stiftung Warentest zum Beispiel bewerten die Tester 20 unterschiedliche Eigenschaften und nicht nur drei. Auch die Tests der Autozeitungen gehen tiefer. Und wer einen Reifenhändler hat, dem er vertraut, der erhält auch dort eine gute Beratung.


Stand: 12.10.2012, 08.22 Uhr