Die Gefahren des Schwimmens: Einige Regeln
In Deutschland können immer weniger Kinder schwimmen, warnt die DLRG. Schuld daran sei unter anderem die Schließung vieler Bäder, wodurch Schwimmkurse immer seltener werden. Die Lebensretter befürchten eine steigende Zahl von Badeunfällen. 2011 starben mehr als 400 Menschen. Vor allem Flüsse und Seen sind gefährlich, auch für Erwachsene.
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Trügerische Idylle: Vor allem unbewachte "wilde" Gewässe wie Flüsse oder Seen bergen auch für geübte Schwimmer Gefahren. (Fotostrecke 1)
Eindringliches Plädoyer für Schwimmkurse
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat angesichts von mehr als 400 Ertrunkenen im vergangenen Jahr eindringlich für mehr Kinder-Schwimmkurse plädiert und vor weiteren Bäderschließungen gewarnt. "Wir haben in den letzten zehn Jahren 1.100 Bäder für die Ausbildung verloren", sagte DLRG-Präsident Klaus Wilkens. Fast 320 weitere Bäder seien akut von der Schließung bedroht. Konnten Ende der 80er Jahr noch mehr als 90 Prozent der Viertklässler in Westdeutschland schwimmen, seien es nun bundesweit im Schnitt nur noch 70 Prozent.

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Das Schwimmabzeichen "Seepferdchen"
Deutschland ist im internationalen Vergleich sicher
Im internationalen Vergleich liege Deutschland statistisch mit 0,5 Ertrunkenen pro 100.000 Einwohner dennoch zusammen mit Schweden und Großbritannien weltweit eher hinten. In Russland etwa liege die Rate 20 mal so hoch, sagte Wilkens. Dort kämen pro Jahr bis zu 15.000 Menschen durch Ertrinken ums Leben.
Worauf muss ich achten?
In Deutschland ertranken die meisten Menschen in Flüssen, Kanälen oder Seen. Vor allem an diesen zumeist unbewachten Badestellen kann das Schwimmen Gefahren bergen. Schwimmer und Badeurlauber sollten laut DLRG folgende Hinweise beachten:
1. Nur an bewachten Badestellen schwimmen gehen und die Warnhinweise beachten.
2. Eltern sollten kleine Kinder am und im Wasser nie aus den Augen lassen und immer in Griffweite bleiben.
3. Nie alleine oder unbeaufsichtigt schwimmen.
4. Die eigene Leistungsfähigkeit kritisch einschätzen – nicht übermütig werden.
5. Unbekannte Gewässer bergen Gefahren. Erkundigen Sie sich vor dem Bad bei einheimischen Fachleuten über besondere Gefahren und die örtlichen Notrufmöglichkeiten.
6. Im Frühjahr sind die Gewässer in der Regel noch sehr kalt. Dies gilt insbesondere für tiefe Gewässer wie Baggerseen. Das Bad kann zu Unterkühlung und Krämpfen führen und lebensgefährlich werden.
7. Nie in unbekannte Gewässer springen. Nur an ausgewiesenen Sprungbereichen ins Wasser springen. Kopfsprünge im Ufer- und Flachwasserbereich können lebensgefährlich sein oder schwerste, dauerhafte Schäden nach sich ziehen.
8. Luftmatratzen, Schlauchboote und Gummitiere sind gefährliches Spielzeug und können leicht abgetrieben werden.
9. Das Bad in Flüssen ist besonders gefährlich. Strömungen, Brückenpfeiler, Sogwirkungen, Unterwasserhindernisse, und Fahrrinnen mit Freizeit- und Berufsschifffahrt bilden unkalkulierbare Risiken.
10. Trinken Sie vor dem Baden keinen Alkohol und vermeiden Sie ein Bad unmittelbar nach dem Essen.
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Stand: 10.07.2012, 10.28 Uhr
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