WDR 2 Servicezeit - Camping und Ausrüstung Ab ins Grüne!

Von Patrick Kremers

Campingurlaub ist für Eingefleischte eine Lebenseinstellung, Cluburlaub kommt für sie nicht in Frage. Damit dabei auch für Anfänger ein schöner Urlaub herausspringt, sollten sie auf jeden Fall auf das richtige Equipment achten.


Camping am See

Nichts ist schlimmer als sich Nacht für Nacht die Füße abzufrieren, weil der günstige Schlafsack doch nichts taugt. Und: Jeder sollte sich von vornherein eingestehen, wie spartanisch er tatsächlich gerne verreist.

Komfort oder Abenteuer?

Wohnmobil, Wohnwagen oder Zelt? Jede Variante hat Vor- und Nachteile. Der Urlaub mit Wohnmobil oder Wohnwagen ist sicherlich komfortabler als die Übernachtung im Zelt, dafür ist das Wohnmobil aber auch die teuerste Campingvariante. Etwas günstiger und praktisch am Urlaubsort: Der Wohnwagen, den man auf einem Platz abstellen kann, so dass der PKW frei ist für Ausflüge ins Umland. Wer im Grünen umherwandern möchte, sollte sich eher ein Zelt besorgen als einen Wohnwagen. Wichtig dabei: Vor der Tour eine Tageswanderung mit gepacktem Rucksack machen, damit man die Strecke und das Gewicht einschätzen lernt.

Unterwegs mit Wohnmobil und -wagen

Mit dem Wohnmobil darf man überall dort halten und parken, wo auch normale PKW halten und parken dürfen. Und wenn das Fahrzeug steht, darf auch die Ausstattung im Inneren genutzt werden. Nicht okay ist es allerdings, wenn man beim Parken einfach die Tische und Stühle herausstellt und den Grill anschmeißt. Das gilt als verkehrsfremd und ist deshalb verboten. Wichtig: Wer längere Reisen unternimmt, darf natürlich auch im Wohnmobil oder im Wohnwagen schlafen – wenn es der Erholung dient. Eine so genannte einmalige Zwischenübernachtung von bis zu zehn Stunden ist erlaubt, damit der Fahrer fahrtüchtig bleibt. Nicht erlaubt ist hingegen das mehrmalige Übernachten an ein und demselben Ort, solange dieser nicht explizit dafür freigegeben ist.

Das passende Zelt

Wer sich für den Zelturlaub entscheidet, braucht erst einmal das passende Zelt. Welches das richtige ist, hängt vor allem von zwei Faktoren ab: dem benötigten Platzangebot und dem Einsatzzweck.  Wer alleine in den Bergen wandert, braucht ein Zelt mit ganz anderen Eigenschaften als eine Familie, die mit vier Personen auf einem geschützten Campingplatz übernachten möchte. Die Preisspanne ist groß: Ein geräumiges Trekkingzelt erhält man in passabler Qualität schon ab knapp 200 Euro, soll es richtig gut und auch leicht sein, kann man aber auch fast 800 Euro dafür ausgeben. Zu Knauserige haben im Regen schon ihr nasses Wunder erlebt – gönnen sie sich für längere Aufenthalte mindestens ein Zelt, bei dem Innen- und Außenzelt getrennt sind. So bleibt man in der Regel länger trocken als bei der günstigeren Variante mit einer Außenhaut.

Der Zeltplatz

Vor dem Urlaub mit dem Zelt vertraut machen, hilft im Urlaub Stress zu vermeiden. Was gehört alles dazu, wie baut man es auf? Das mag vielleicht lästig sein. Aber wenn es beim Aufbau in Strömen regnet, ist man froh, wenn jeder Handgriff sitzt und das Zelt schnell steht. Wichtig ist auch der richtige Standplatz. Experten raten, das Zelt nicht auf unebenes Gelände oder in eine Senke zu stellen. Das Problem: Wenn es regnet, könnte es schnell unter Wasser stehen. Wenn möglich, wählen Sie also einen flachen Untergrund aus. Und: Vor dem Aufbau des Zelts unbedingt den Boden auf herumliegende Steine, Äste oder Müll untersuchen. Die können das Zelt beschädigen. Außerdem sollte man ein Zelt niemals unter einem Baum aufbauen, denn hier drohen die ärgsten Gefahren: herunterfallende Äste oder sogar Blitzschlag.

Trocken lagern

Ein Vorteil des Zeltens ist, dass man sein "Dach über dem Kopf" einfach einpacken kann und weiterziehen. Bevor das Zelt wieder in seine Hülle wandert, sollte es allerdings  kräftig ausgeschüttelt werden, um es von Dreck zu befreien. Nicht ausfegen, denn kleine Steinchen könnten das Material beschädigen. Das Zelt sollte beim Abbau außerdem möglichst trocken sein. Doch die Natur macht es den Campern nicht immer so leicht. Wenn es regnet, dann regnet es – und das Zelt bleibt nass. In diesem Fall sollte man das Zelt möglichst bald auspacken und aufhängen, sobald man wieder zu Hause angekommen ist. Dann kann es trocknen.

Gemütlich schlafen

Damit es nachts gemütlich bleibt, sollte man sich vor dem Zelturlaub auf jeden Fall einen Schlafsack zulegen. Dabei gilt: Der Schlafsack sollte an das Klima am Urlaubsort angepasst sein. Möchte man heiße Nächte in Südeuropa verbringen, tut es auch ein dünnes, günstiges Modell. Für eine Campingtour in den Alpen im Herbst, muss man auf kalte Nächte eingestellt sein. Die Faustformel: Bleiben sie immer in der Komfortzone des Schlafsacks, am besten ein paar Grad über dem unteren Ende, dann sollten die Füße nachts nicht frieren. Die Preisspanne für vernünftige Qualität beginnt bei etwa 50 Euro, nach oben sind fast keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist, dass man den Schlafsack vor Nässe schützt, auch vor der Körpernässe, die man über Nacht selbst "ausschwitzt." Am nächsten Morgen sollte der Schlafsack deshalb erst einmal gründlich ausschüttelt und an die Luft gehängt werden.

Isomatten

Zu einem guten Schlafsack gehört auch die passende Isomatte. Praktisch sind selbstaufblasende Matten, im Durchschnitt sind sie etwa sechs Zentimeter dick. Dabei gilt: je dicker, desto komfortabler, aber auch schwerer. Wer sein komplettes Equipment auf dem Buckel transportieren möchte, sollte also intensiv Probeliegen und die für ihn ausreichende Mindeststärke wählen. Camper, die mit dem Auto anfahren, können ohne Zögern eine dicke, weiche Matte auswählen. Einziger Nachteil der selbstaufblasbaren Isomatten: Unebenheiten auf dem Boden gleichen sie nicht so gut aus wie dicke Luftmatratzen. Eine gute Isomatte kostet zwischen 30 und 80 Euro.

Richtig essen

Eigentlich muss man kulinarisch auf nichts verzichten, wenn man im Campingurlaub ist. Die meisten Wohnmobile und viele Wohnwagen haben eine eingebaute Küche, in der man ganz normal kochen kann. Und wer mit dem Zelt unterwegs ist, kann auf einem Campingkocher viele Mahlzeiten zubereiten. Gute Modelle bekommt man schon für weniger als 100 Euro.

Die richtige Route

Ganz egal, ob im Wohnwagen, im Wohnmobil oder im Zelt. Wer Urlaub in der Natur machen möchte, braucht die passende Route. Ein paar Tipps und Ideen liefert der ADAC. Im Internet bietet der Automobilclub ein Portal an, auf dem man sich kostenlos über den Campingurlaub informieren kann. Viele Informationen zum Thema liefert auch der Campingclub Deutschland, außerdem gibt es im Fachhandel massenweise Literatur zu Ausrüstung und Routen für Camper.


Stand: 27.06.2012, 09.58 Uhr