Smartphones im Straßenvekehr: Gefahr durch Ablenkung
Millionen Menschen alleine in Deutschland haben heute ein Smartphone. Und immer mehr von ihnen scheinen das Handy ständig benutzen zu müssen. Inzwischen sieht man häufiger Menschen, die auf das Smartphone schauen oder darauf tippen - und zwar auch dann, wenn sie mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind.
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Ein Mann fährt Pkw und hantiert dabei mit einem Handy (Fotostrecke 1)
Für Autofahrer ist die Sache dabei klar und gesetzlich geregelt: Wer das Handy während der Fahrt in die Hand nimmt und dabei erwischt wird, muss nicht nur mit 40 Euro Bußgeld rechnen, sondern bekommt auch noch einen Strafpunkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg.
Geldbuße auch für Radfahrer
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- Audio: Laut einer Studie passieren viele Unfälle durch Ablenkung per Smartphone (25.10.2012) Jörg Brunsmann / Steffi Neu, WDR 2 Westzeit
Was viele aber nicht wissen: Auch für Radfahrer kann es teuer werden. Hier droht zwar kein Strafpunkt, dafür aber eine saftige Strafe von 25 Euro. Der Begriff der Handynutzung ist dabei sehr eng gefasst: Es genügt bereits, das Handy in die Hand zu nehmen, um die Uhrzeit abzulesen. Wer mit dem Handy am Ohr durch die Stadt radelt oder gar eine SMS beim Fahren schreibt, kann daher bei einer Kontrolle kaum mit Milde rechnen.
Smartphones als Unfallfaktor
Für Fußgänger gibt es bisher keine entsprechenden Vorschriften oder Gesetze, allerdings kann man unter Umständen auch hier zur Verantwortung gezogen werden: Wer so abgelenkt ist, dass er einen Unfall verursacht oder andere in Gefahr bringt, muss auch als Fußgänger mit Ärger rechnen. Wie groß die Gefahr von Handys und Smartphones im Straßenverkehr ist, hat eine Untersuchung aus den Niederlanden ans Tageslicht gebracht. Rund 2.500 Radfahrer haben die Forscher befragt; bei Radfahrern, die schon einmal einen Unfall hatten, war in immerhin zehn Prozent der Fälle Ablenkung durch Handy oder Smartphone im Spiel. Die Untersuchung stammt aus dem Jahr 2010; inzwischen haben deutlich mehr Menschen ein Smartphone, so dass man davon ausgehen kann, dass diese Zahl deutlich angestiegen ist.
Freisprecheinrichtung - oder einfach mal anhalten
Wer während des Radfahrens unbedingt mobil erreichbar sein will, sollte sich daher unbedingt eine Freisprecheinrichtung zulegen. Die Geräte sind nicht mehr wirklich teuer: Kleine Bluetooth-Headsets, die sich drahtlos mit dem Handy verbinden lassen, gibt es inzwischen ab etwa 15 Euro. Für das Lesen oder Schreiben von Nachrichten gibt es dagegen nach wie vor nur eine Möglichkeit: Rechts ranfahren beziehungsweise als Fußgänger anhalten. So sieht es auch Bettina Cibulski, Sprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs ADFC: "Es geht gar nicht anders, weil man ja mindestens eine Hand vom Lenker nehmen muss, wenn nicht sogar zwei, um vernünftig eine SMS tippen zu können. Wer eine SMS während der Fahrt schreibt, dem ist wirklich nicht zu helfen."
Stand: 25.10.2012, 11.55 Uhr
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