WDR 2 Tipps zum Sommer Was tun bei Hitze?

Von Benjamin Sartory

Wie kühlen sich Kängurus? Brauchen wir bei Hitze mehr Salz? Und: Wieso lieber lauwarm statt kalt duschen? All diese Fragen zum Sommer-Wochenende und zum Umgang mit der drohenden Mega-Hitze beantworten wir hier...


Frau mit Tee auf blumengeschmücktem Balkon
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...Kaffeetrinken auf dem Balkon

Kühlt einen scharfes Essen ab?


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Richtig scharf wird es im asiatischen Raum. Da sind viele scharfe Gewürze schlichtweg heimisch und sorgen auch bei warmen Temperaturen dafür, dass das Essen länger haltbar bleibt. Ob die Schärfe gegen Hitze hilft, ist wohl eine Typ-Frage.

Soll man bei Hitze besser lange Kleidung tragen?


Die Spanier in Andalusien machen es vor: Selbst im brutal heißen Hochsommer gehen sie nicht in Shorts und Muskelshirt vor die Tür, sondern mit Hemd und langer Hose. So schützen die hitzeerprobten Spanier ihre Haut vor der brennenden Sonne. Eng anliegende Kleidung ist allerdings nicht ratsam. Besser sind luftige, weite Klamotten - nach Möglichkeit aus Naturfasern.

Wie kühlen sich Kängurus?

Es gibt es verschiedene Arten von Kängurus, eines haben aber die meisten gemeinsam: Bei großer Hitze lassen sie es erst einmal entspannt angehen. Tagsüber ruhen sich die Tiere im Schatten aus, zum Beispiel in Höhlen oder Felsspalten. Erst am späten Nachmittag wenn es kühler wird, werden sie dann aktiv. Falls es ihnen trotzdem zu heiß wird, lecken sie sich mit der Zunge ihre Gliedmaßen ab. Durch die Verdunstung werden Hautoberfläche und Blut gekühlt. Außerdem machen es Kängurus wie die Hunde. Sie hecheln, statt zu schwitzen, und sparen so Wasser.

Brauchen wie bei Hitze mehr Salz?

Wer viel schwitzt, braucht Salz – so einfach ist das. Denn mit dem Schweiß sondert der Körper lebenswichtige Mineralien und Elektrolyte ab, was durch eine erhöhte Salzzufuhr ausgeglichen werden kann. So wird auch verhindert, dass das Blut eindickt und es dadurch zu Kreislaufproblemen kommt. Auch bei großer Hitze muss das Salz aber niemand löffelweise zu sich nehmen. Viel gutes Mineralwasser trinken reicht meist völlig aus. Wer will kann auch bei den Türken abgucken, die sich mit großer Hitze auskennen. Sie mischen Joghurt, Wasser und Salz zu einem Erfrischungsgetränk.

Wieso lieber lauwarm statt kalt duschen?


Bei großer Kälte zieht sich alles im Körper zusammen, auch die Gänsehaut ist eine Folge davon. Duschen wir zu kalt, verengen sich auch die Blutgefäße. Eine natürliche Reaktion des Körpers, um angesichts der dadurch drohenden Kälte Wärme zu speichern. Nach der Eisdusche weiten sich dann die Gefäße wieder und der Körper führt die angesammelte Wärme ab. Wir schwitzen also wieder mindestens so heftig, wie vor der Dusche. Besser ist es also tatsächlich nur lauwarm zu duschen. Das bringt den Wärmehaushalt nicht so durcheinander.


Ein Junge erfrischt sich mit einer Gartendusche
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Eine Erfrischung per Gartendusche ist in diesem Sommer nicht nötig.

Wieso trinken die Beduinen heiß?

Die Beduinen trinken bei Hitze nicht unbedingt heiße, aber zumindest warme Getränke. Und zwar, weil sie schlau sind – so wie viele andere Völker, die sich mit großer Sommerhitze auskennen. Denn eiskaltes Wasser zum Beispiel erfrischt zwar erst einmal ungemein – senkt aber die Temperatur des Mageninhaltes. Damit der im Darm verwertet werden kann, muss er wieder auf Körpertemperatur gebracht werden. Und das kostet Energie und bringt uns wieder zum schwitzen. Gleiches gilt übrigens für zu heiße Getränke – nur umgekehrt. Die muss der Körper erst einmal kraftraubend herunterkühlen.


Hilft kaltes Wasser?
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Hilft kaltes Wasser?

Ist der Schlaf bei Hitze leichter?

Wer schon einmal auf der Couch eingeschlafen ist, und plötzlich fröstelnd nach einer Decke suchte – der kennt das: Beim Schlafen senkt der Körper seine Temperatur etwas ab – eine Voraussetzung für einen schönen, friedlichen Schlaf. Bei großer Umgebungshitze wird es demnach schwierig, denn die kann der Körper kaum ausgleichen. Wir leiden unter Schlafstörungen, wälzen uns hin und her und fühlen uns am nächsten Tag vollkommen gerädert. Manche bekommen auch mehr Alpträume. Helfen kann da eigentlich nur eine kühlere Umgebung. Tagsüber sollten die Schlafzimmerfenster geschlossen bleiben, um die Hitze auszusperren. Wenn die Sonne unter gegangen ist, kann man dann die kühlere Nachtluft – wenn es sie gibt - reinlassen. Oder:  Direkt im Garten oder auf dem Balkon schlafen!

Geht ein Sonnenstich durch die Mütze?

Wer seinen Kopf bedeckt hält, der kann eigentlich keinen Sonnenstich bekommen. Denn der entsteht durch direkte und starke Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf oder Nacken. Am besten ist also ein großer Sombrero, der beides bedeckt. Ein Freifahrtsschein, um den ganzen Tag in der Sonne zu verbringen, ist das allerdings nicht. Denn gegen einen drohenden Hitzschlag kann auch der größte Hut nichts ausrichten – der Hitzschlag wird nämlich durch Wärme und nicht durch Sonneneinstrahlung ausgelöst. Wer das verhindern will, sollte so oder so lange Sonnenbäder vermeiden und sich bei großer Hitze nicht zu sehr körperlich anstrengen.

Kriegt man einen Sonnenbrand auch im Auto?

Die Klimaanlage aufgedreht, alle Fenster zu – wer denkt da im Auto an einen Sonnenbrand. Sollte man aber, sagt der ADAC. Bei modernen PKW ist zwar die Frontscheibe aus Verbundglas, das schädliche UV-Strahlen abschirmt. Bei Seiten- und Heckscheiben handelt es sich aber meist um einfaches Glas ohne Schutz. Auch vor längeren Autofahrten sollte man sich im Sommer also mit Sonnenmilch eincremen, insbesondere die Kinder auf dem Rücksitz sind gefährdet. Alternativ geht natürlich auch lange Kleidung – aber wer will das schon bei über 30 Grad im Schatten…

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Stand: 18.08.2012, 13.41 Uhr