Wildunfälle nehmen zu: "Achtung Wildwechsel"
Unfälle durch Wildwechsel drohen vor allem im Herbst in den Morgen- und Abendstunden. Vor allem Zusammenstöße mit Wildschweinen haben dramatisch zugenommen - auch tagsüber.
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Wildunfälle häufen sich: Wie verhalte ich mich richtig? (Fotostrecke 1)
Keine Panik!
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- Audio: Vorsichtiger Fahren: Schwere Unfälle mit Wildschweinen nehmen zu (20.11.2012) Marco Poltronieri, WDR 2 Zwischen Rhein und Weser
Aus diesem Grund ist das Warnschild "Achtung Wildwechsel" unbedingt zu beachten! "Sofort die Geschwindigkeit reduzieren, bremsbereit fahren und die Straßenränder im Auge behalten", empfiehlt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Besonders gefährlich sind Übergangsbereiche zwischen Wald und Feld. Kommt es zu einem Wildunfall, muss zunächst die Unfallstelle gesichert und dann die Polizei gerufen werden. Die Beamten schalten den zuständigen Jäger oder Förster ein.
Vom verletzten Tier fernhalten
Ist das verletzte Tier geflüchtet, sollte sich der Autofahrer möglichst den Fluchtweg merken und ihn kennzeichnen. "Der Jäger kann dann der Fährte des Wildes mit einem dafür ausgebildeten Hund folgen und das Tier von seinem Leid erlösen", empfiehlt Baron Münchhausen. Er rät außerdem: "Bei Wildunfällen sollte sich der Mensch unbedingt vom verletzten Tier fernhalten!" Denn der Anblick des Menschen "tröstet" verletzte Wildtiere keineswegs, sondern versetzt sie obendrein in Panik. "Dann besteht auch eine Verletzungsgefahr für den Menschen", betont der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.
Geschwindigkeit reduzieren
Rotwild - eigentlich tagaktiv - ist durch den Menschen zum dämmerungs- und nachtaktiven Tier geworden. Deshalb ist besonders in den frühen Morgenstunden und nach Einbruch der Dämmerung mit Wildwechsel zu rechnen. "Wenn ein Tier bereits die Straße überquert hat, muss man immer mit nachfolgenden Tieren rechnen", warnt Baron Münchhausen. "In jedem Fall gilt: Geschwindigkeit reduzieren, von Fern- auf Abblendlicht schalten und niemals hupen!"
Wildschweine: Unfallrisiko steigt
Vor allem Zusammenstöße mit Wildschweinen haben dramatisch zugenommen - auch tagsüber. Schuld daran sind die ausufernden Anbauflächen für Nutzpflanzen. Hier wirken die Felder wie ein Magnet. Durch das Abernten der Felder verlieren die Wildschweinrotten schlagartig ihre idealen Quartiere. Aufgeschreckt von den großen Landmaschinen sind die Schwarzkittel entgegen ihren Gewohnheiten nun verstärkt auch am Tage unterwegs, auf der Suche nach einem Winterquartier. Das Unfallrisiko steigt deshalb erheblich.
Die Versicherungen regulieren den Schaden
Wer sich von der Polizei eine Wildschadenbescheinigung geben lässt, bekommt den Schaden in der Regel von seiner Kfz-Versicherung erstattet – sofern es sich mindestens um eine Teilkasko-Versicherung handelt. Aber es gibt Ausnahmen. Für einen Unfall zum Beispiel mit Hunden, Katzen oder Vögeln kommen die meisten Kfz-Versicherungen nicht auf. Und wer bei einem Ausweichmanöver einen Unfall verursacht, geht meist ebenfalls leer aus.
Stand: 20.11.2012, 14.24 Uhr
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