Michael Vesper zu Duplitzer-Kritik "Keine Substanz erkennbar"

Kurz vor Olympia hat Fechterin Imke Duplitzer harsche Kritik am System des deutschen Leistungssports und an den Spitzenfunktionären des DOSB geübt. Generaldirektor Michael Vesper nahm dazu Stellung bei WDR 2.


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Es hätte etwas gefehlt, wenn Imke Duplitzer einen solchen "Rundumschlag" nicht gemacht hätte, sagte Michael Vesper, der als Chef de Mission die Mannschaft des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) in London anführt. "Wir wollen das lieber abtropfen lassen, um jetzt den Sportlern und Sportlerinnen Gelegenheit zu geben, sich auf die Wettkämpfe zu konzentrieren." Zudem könne er bisher die Substanz der Kritik von Imke Duplitzer nicht erkennen. Nach Olympia wolle man mit ihr darüber sprechen.


Michael Vesper

Vesper: "Nur jammern hilft nicht"

Zu Duplitzers Äußerung über ein massives Trainerproblem sagte Vesper, es bringe nichts, den Zustand, dass deutsche Trainer ins Ausland abgeworben werden, zu bejammern. Stattdessen müssten Gegenstrategien entwickelt werden, so Vesper. Das vermisse er bei Imke Duplitzer. Diese habe selber von dem Sportsystem, dass sie kritisiert, hervorragend profitiert, so nehme sie jetzt zum fünften Mal an Olympischen Spielen teil. Ganz so schlecht könne der Zustand des DOSB also nicht sein, folgerte Vesper. Er äußerte zugleich sein Bedauern, dass die Fechterin ihn oder DOSB-Präsident Thomas Bach niemals selbst angesprochen habe. Deshalb wolle man nach London jetzt sie ansprechen. Persönlich nehme er die Kritik von Imke Duplitzer nicht, es gehe ausschließlich um die Sache. Deshalb reagierten er und Bach auch so gelassen.

Duplitzer: Deutscher Sport bekommt Nachwuchsproblem


Fechterin Imke Duplitzer prophezeite dem deutschen Leistungssport in ihrer Kritik ein großes Nachwuchsproblem. Dem deutschen Sport liefen die Trainer weg, "weil sie in anderen Ländern viel, viel, viel mehr verdienen und bessere Rahmenbedingungen vorfinden", sagte die Sportlerin, die am kommenden Samstag 37 Jahre alt wird. Viele Sportler würden sich bei ihr über die Rahmenbedingungen beschweren. Sie sei nicht mehr sicher, dass die führenden deutschen Funktionäre wie Bach und Vesper das Problem erkannt hätten. Dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gehe es schon lange nicht mehr um den Athleten.


Stand: 24.07.2012, 09.12 Uhr