Tippspiele zur EM Verbotenes Glückspiel?

Auch nach der EM werden Fußball-Afficionados lustig weiter tippen - auch im Büro. Droht beim Tippen am Arbeitsplatz Ärger mit dem Chef? Oder handelt es sich sogar um verbotenes Glücksspiel? Rechtsanwalt Arndt Schirneker-Reineke erklärte in der WDR 2 Westzeit, worauf Arbeitnehmer beim Tippen am Arbeitsplatz achten sollten.


Ein deutsches und ein italienisches Cocktail-Fähnchen in einem mit Münzen gefüllten Glas auf einem Fußballfeld aus Filz

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Grundsätzlich gebe es beim Einsatz keine Grenzen nach oben oder unten, so lange dies eine gänzlich private Veranstaltung sei. Problematisch werde es dagegen, wenn es einen Veranstalter gebe, der eine Provision kassiere, so Schirneker-Reineke.

Gewinn ist steuerfrei

Ein einmaliger kleiner Gewinn interessiert das Finanzamt nach Aussage des Rechtsanwalts in der Regel nicht und ist somit steuerfrei. Nur wenn immer wieder auf diese Weise Einnahmen erzielt würden, solche Wettspiele also erwerbsmäßig veranstaltet würden, müssten auch Steuern entrichtet werden.

Spielleiter bestimmen

Um Unstimmigkeiten zwischen den Wettteilnehmern zu vermeiden, macht es Sinn, einen Spielleiter auszuwählen, der am besten gar nicht selbst mitwettet. Der sollte den Schiedsrichter spielen und vermitteln, wenn es unter den Spielern Streit gibt. Am besten sei es, von vornherein Spielregeln zu haben.

Chef kann Tippspiel untersagen

Der Chef kann ein Tippspiel am Arbeitsplatz verbieten. Dann müsste das Spiel in die Pausenzeiten verlegt werden. Dagegen könne der Chef dann nichts sagen, so Schirneker-Reineke. Derjenige, der gewinnt, darf das Geld auch behalten, wenn nicht vorher etwas anderes vereinbart worden ist. Doch weil das Tippspiel soll auch das Gemeinschaftsgefühl am Arbeitsplatz stärken solle, mache es auch Sinn, die Kollegen von dem Geld zum Beispiel zum Grillen einzuladen, rät der Rechtsanwalt.

Laien liegen vorn


Die Skulptur "Der Denker" aus dem Jahre 1904 des berühmten französischen Bildhauers, Grafikers und Malers Auguste Rodin
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Jetzt wissenschaftlich bewiesen: Denken verhindert den Erfolg! Für den "Denker" von Rodin kommt dieser Hinweis leider zu spät.

Beim Tippen muss man allerdings mit einem Paradox rechnen: Laut diverser Statistiken liegen Laien im Vergleich vorne. Fachkenntnisse sind zwar nicht von Nachteil, doch sie führen oft zum Grübeln - und die führen dann zu schlechten Prognosen, wie Daniela Bamberg in der WDR Westzeit berichtete. Das hat auch der angehende Sportpsychologe Franz Baumgarten von der Universität Potsdam in seiner Diplomarbeit herausgefunden. Viel Wissen ansammeln ist gut, aber bei der eigentlichen Tippabgabe sollte man sich auf das Bauchgefühl verlassen.

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Stand: 02.07.2012, 10.43 Uhr