Spielabbruch bei Fortuna Düsseldorf: Schiedsrichter attackiert
Eigentlich wollte Fortuna Düsseldorf die ausgefallene Aufstiegsfeier mit dem Testspiel gegen Benfica Lissabon nachholen. Die Partie gegen den portugiesischen Rekordmeister sollte Höhepunkt der offiziellen Saisoneröffnung werden. Aber dann kam alles ganz anders: Als Benfica-Spieler Luisão den Schiedsrichter angreift, bricht dieser das Spiel ab.
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Luisao (re.) trifft Schiedsrichter Fischer (Fotostrecke 1)
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- Audio: Spielabbruch in Düsseldorf: Schiedsrichter von Benfica-Profi Luisao ausgeknockt (11.08.2012) Sven Pistor / Stephan Kaußen
Der brasilianische Nationalverteidiger Luisão, in Diensten des portugiesischen Rekordmeisters Benfica Lissabon, rannte in der 43. Minute wutentbrannt auf Schiedsrichter Christian Fischer zu und rammte diesen mit einem Bodycheck zu Boden. Zuvor hatte Fischer Luisãos Teamkollegen Javi Garcia nach zwei bösen Fouls innerhalb einer Minute gegen Oliver Fink die Gelb-Rote Karte zeigen wollen. Dies hatte den Kapitän Benficas offenbar so erregt, dass er ausrastete.
Nach der Attacke des Benfica-Kapitäns ging Fischer erst zu Boden und blieb kurze Zeit benommen liegen. Als er dann das Spielfeld verließ, um sich behandeln zu lassen, blieben die Spieler auf dem Rasen. Nach rund zehn Minuten ließ Fischer jedoch den Vertretern der Fortuna mitteilen, dass er das Match nicht fortsetzen werde.
Trainingsspiel nach Spielabbruch
Die rund 30.000 Zuschauer pfiffen lautstark, als der Spielabbruch bekannt gegeben wurde. Die Fortuna reagierte aber schnell und setzte die zweite Halbzeit als Trainingsspiel zweier Fortuna-Mannschaften fort. Als Schiedsrichter fungierte Co-Trainer Uwe Klein, als Assistenten ohne Fahne Mentalcoach Axel Zehle und Torwarttrainer Manfred Gloger. Fortuna-Präsident Peter Frymuth kündigte aber an, über die Europäische Fußball-Union eine Möglichkeit zur Entschädigung der Zuschauer zu suchen. "Wir werden an die UEFA rantreten und eine Lösung für unsere Fans suchen", meinte er: "Dafür brauchen wir aber erst einmal Zeit."
Keine Ruhe in Düsseldorf
Bereits vor drei Monaten hatte es beim Relegationsspiel gegen Hertha BSC einen Vorfall im Stadion der Fortuna gegeben: In der Nachspielzeit waren Hunderte von Düsseldorfer Zuschauern auf das Spielfeld gestürmt, sodass Schiedsrichter Wolfgang Stark die Partie für gut zwanzig Minuten unterbrechen musste, ehe er das Spiel noch einmal für rund 90 Sekunden fortsetzte. Die Fortuna war zunächst zu einem Geisterspiel und 100.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Am Freitag wurde das Urteil in zwei "halbe" Geisterspiele und 150.000 Euro Geldbuße umgewandelt.
Stand: 11.08.2012, 17.30 Uhr
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