Kolumne "Auf'm Platz" - 7. Spieltag Die neue Borussen-Tristesse

Von Sven Pistor

Willkommen im Abstiegskampf! Gladbachs Aussichten sind aktuell trister und stürmischer als der Herbst. Liga Live-Moderator Sven Pistor hat es schon im Hochsommer kommen sehen! Diskutieren Sie mit im Gästebuch.


Auf'm Platz-Autor Sven Pistor
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WDR 2 Moderator Sven Pistor

Zaubernde Profis, jubelnde Fans, ekstatischer Borussen-Park. Das war gestern! Auch wenn es weh tut: Der Traum ist endgültig geplatzt und das Erwachen im hier und jetzt umso beschwerlicher. Zuletzt fünf sieglose Spiele in der Bundesliga sind ein klares Indiz für den Zustand, in dem sich der Verein befindet. Gladbach steckt aktuell in der Krise, denn nichts scheint mehr leicht zu sein. Auch wenn viele das Unheil haben kommen sehen, schmerzt trotzdem die Erkenntnis, dass der Höhenflug  vorbei ist. Denn es war ja auch zu schön. Gladbach, der Traditionsverein, war nach Jahren der sportlichen Ödnis wieder im Fußballhimmel angekommen. Berauscht von der Idee, mit den ganz Großen in der Championsleague mitspielen zu können, hatte die Euphorie die Fans erfasst und jetzt das: Fehlpässe, Niederlagen, motzende Spieler und ein Trainer, der zuletzt die eigene Mannschaft verhöhnte.

Beruhigend ist aber: Das, was wir derzeit in Gladbach erleben, folgt einem gängigen Muster. Es ist ein Absturz mit Ansage. So erging es seinerzeit auch anderen Clubs: Hertha BSC Berlin, Kaiserslautern, Schalke, HSV …

Dass man den Abgang von  Marco Reus nicht mal ansatzweise kompensieren kann, wird nun mit jedem Tor, das Reus nun für Dortmund erzielt, deutlich. Auch die Borussen-Abwehr ist ohne Dante nicht mehr das, was sie mal war.


Aber wer sind nun die Väter der Krise? Trainer Favre, Sportdirektor Eberl oder doch die Spieler? Ich sage: Weder noch. Ich glaube, dass Gladbach nicht so gut ist wie das vergangene Jahr lief. Umgekehrt ist der Verein auch nicht so schlecht, wie er aktuell in der Tabelle dasteht. Für mich ist klar, Gladbach braucht jetzt vor allem eins: Ein neues Ziel! Und das aktuelle Ziel lautet: Raus auf dem Abstiegssumpf, rein ins Mittelfeld!


Stand: 04.10.2012, 15.25 Uhr


Kommentare zum Thema (33)

letzter Kommentar: 07.10.2012, 19:19 Uhr

Matthias schrieb am 07.10.2012, 19:19 Uhr:
Abstiegskampf? Nach nur 7 Spielen ? Gladbach gewinnt 2:0 gegen Frankfurt. Jetzt sind es nur 5 Punkte bis Schalke. Es sind noch 27 Spiele und 81 Punkte. Am Ende der Schlacht werden die Leichen gezählt. Nicht zu Beginn !
Markus Klingebeil schrieb am 07.10.2012, 18:48 Uhr:
Wie fast alle richtig erkannt haben sind in aller erster Linie die Spieler mit in die Pflicht zu nehmen, auch wenn mit Dante und nicht wie alle behaupten mit Reus der wichtigste Spieler Gladbach verlassen hat. Denn so wie im vergangenen Jahr werden Spiele hauptsächlich aus einer stabilen Abwehr heraus gestaltet und aufgebaut, wie man sieht, denn nicht umsonst hat Gladbach so viele Gegentore bekommen. Wie dem auch sei, alle und vor allem die Spieler, sollten die Ärmel hochkrempeln und zumindest kämpfen, dann kommt wieder mit ein oder zwei Siegen mehr Ruhe und Sicherheit ins Team. Wäre das Team noch ein Jahr zusammen geblieben, da bin ich mir sicher, wäre es nie zu diesen Personalbagängen gekommen, denn Gladbach hat auch mit diesen schwachen Spielen die Möglichkeit gehabt in der Championsleage zu bleiben und Geld und damit neue und bessere Spieler zu holen.
franz-peter schrieb am 07.10.2012, 16:49 Uhr:
Die Gladbacher spielen den gleichen Fußball wie letzte Saison , nur da war vor allem Reus. der konnte mit den Pässen was anfangen . Das klappt noch nicht mal im Training . Ich meine es sind gute Spieler gekauft worden, aber kein Leitwolf. Trainer Favre hat meiner Meinung einen großen Fehler gemacht , indem er die jetzige Mannschaft als zweite Wahl hingestellt hat ( die sind zu doof ,die kapieren das System nicht). Sowas macht jedes Team kaputt , auch in der Wirtschaft. Aber als alter Borussia Fan bin ich leidensfähig und gebe die Hoffnung nicht auf.
Helmut schrieb am 07.10.2012, 16:04 Uhr:
Auch ich habe das Spiel am Donnerstag als Alemannia Acchen Fan gesehen und war enttäuscht. Neben allen bereits genannten Fakten finde ich schade, daß die Mannschaft nicht unbändigen Willen erkennen läßt, das Blatt zu wenden. Ich habe den Eindruck, daß die Spieler die Situation einfach so hinnehmen. Schade, schade auch für alle viel Geld zahlenden Zuschauer. Dennoch hat die Mannschaft viel Potential und einen hervorragenden Trainer. Ein wenig Zeit, viel mehr spielerische Begeisterung und die Borussia wird im guten Mittelfeld landen. Ich jedenfalls drücke fest die Daumen!
Klaus schrieb am 07.10.2012, 15:30 Uhr:
Sicherlich hat Gladbach 3 Säulen der Erfolgreichen Vorjahresmannschaft verloren, aber das für mich entscheidende ist das kaum einer der verbliebenen Spieler an die Leistung der Vergangen Saison anknüpfen kann. Für mich deshalb auch absolut verständlich das Favre sehr viele Spieler ausprobiert, hinzu kommt natürlich auch die Doppelbelastung durch die Euroleauge. Für die Neuen ist es schwer akzente zu setzen wenn alle anderen so weit von der Normalform entfernt sind. Ich denke als Fan von Borussia Mönchengladbach sollte man die Mannschaft jetzt maximal unterstützen und Vertrauen in Trainer und Mannschaft haben.

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