Kolumne "Auf'm Platz" - 19. Spieltag Kaufrausch am Computer

Von Burkhard Hupe

In einer Zeit, in der die meisten Partnerschaften durch das Internet angebahnt werden, ist es nur selbstverständlich, dass auch der Profifußball diesen Weg konsequent beschreitet. Der erste Funke muss schon am Bildschirm überspringen, sonst ist alles vergebens. Wie einer läuft und schießt und grätscht – am besten dreidimensional und in Superzeitlupe. So entsteht Lust auf mehr. Doch wie im wirklichen Leben gilt auch im Profifußball: Schein und Sein sind sich mitunter Spinnefeind.


Auf'm Platz-Autor Burkhard Hupe
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WDR 2 Reporter Burkhard Hupe

Hannover 96 etwa holte nach Videostudium den Brasilianer Franca, und der ist nun deutlich kleiner als erwartet. So kann es dem Mann mit der Frau gehen, die er nur auf Stöckelschuhen sah, oder der Frau mit dem Mann, wenn er ein wildes, aber leicht vergilbtes Jugendfoto online stellte. Jeder geht (mit) jedem ins Netz.

Alles muss raus

Am besten gefällt mir auf dem Transfer-Rummelplatz bislang der VfL Wolfsburg. Als etwa am vergangenen Wochenende der VfB Stuttgart zu Gast war, wurde den Schwaben nach getaner Arbeit noch der Verteidiger Felipe mit in den Bus gesetzt. Sozusagen als "Giveaway" in Fußballschuhen. Das wäre doch toll, wenn sich der VfL Wolfsburg künftig nach jedem Heimspiel bei seinen Gästen freundlich erkundigen würde: "Und, braucht ihr noch was? Für hinten oder vorne? Nehmt euch einfach." Man könnte das sicherlich auch per Online-Versandkaufhaus regeln.

Der Kader der Wolfsburger würde jedenfalls innerhalb von nur drei Spielzeiten auf normale Bundesligamaßstäbe schrumpfen. Und endlich wäre ein bisschen Magath in jedem Bundesliga-Club. Auch Borussia Dortmund und Bayern München sollten sich da nicht genieren und zumindest ihre Sammlung an defensiven Mittelfeldspielern, beziehungsweise Innenverteidigern weiter vorantreiben.

"Holt mich hier raus!"

Wolfsburg ist ja auch der Club aus der Bundesliga, der am dichtesten an der Ukraine liegt. Vielleicht ist der Hilferuf von David Odonkor deshalb dort am besten zu hören gewesen. "Holt mich hier raus! Ich war mal ein WM-Star!", so klang es flehend aus Transkarpatien zu uns herüber. Odonkor spielt derzeit bei Goverla-Zakarpattia Uschhorod in der Ukraine, und das scheint mit dem Verzehr eines Kamelpenis im australischen Dschungel durchaus vergleichbar zu sein.

Das ist nun das eine Extrem, das andere ist der FC Barcelona. Angeblich sucht der tollste Fußballverein der Menschheitsgeschichte, nach dem VfL Wolfsburg natürlich, einen neuen Torhüter. Bernd Leno steht angeblich auf der Einkaufsliste und auch Marc-André ter Stegen, die zwar selbst nichts davon wissen, sich aber nicht wundern sollten, wenn eines Tages ein großes Paketauto vor der Tür wartet, und zwei starke Paketmänner den Leno oder den ter Stegen auf dem Landwege umgehend nach Barcelona befördern.


Stand: 24.01.2013, 16.00 Uhr


Kommentare zum Thema (1)

letzter Kommentar: 27.01.2013, 09:54 Uhr

Hermann schrieb am 27.01.2013, 09:54 Uhr:
Selten so einen Blödsinn Gelesen .Aber bei Bayern 2 wundert mich garnichts mehr .Nehmt euch wieder Schalke vor.