Interview mit Paralympics-Weltrekordler Zurück in den Alltag

Bei den paralympischen Spielen in London sprang er zum Weltrekord. Die Goldmedaillie war sein Lohn. Nun ist der unterschenkelamputierte Sportler Markus Rehm wieder in Deutschland - und voll zurück im Alltag.


Markus Rehm mit hochgereckten Armen im Sprung im olympischen Stadion von London.
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Sprung zum Weltrekord: Markus Rehm bei den paralympischen Spielen in London

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Gold-Gewinner Markus Rehm ist schon wieder an der Arbeit. Der 24-Jährige Leverkusener arbeitet als Orthopädiemechaniker, baut beruflich Prothesen. Die Rückkehr in den Alltag fällt ihm leicht: "Ich war jetzt vier Wochen nicht da, erst im Trainingslager und dann in London, da kann ich auch wieder arbeiten." Von seinem Ruhm verabschieden muss er sich trotzdem nicht so schnell: "Ich habe schon gehört, dass es einen Empfang geben soll. Da werden wir dann alle gemeinsam drauf anstoßen."

"Es fehlen Sponsoren"

Rehm ist dreifacher Deutscher Meister im Weitsprung, sprang mit 7,45 Metern zur paralympischen Goldmedaillie und gleichzeitig zum Weltrekord. Die Hundert Meter läuft er in 11,69 Sekunden, als Mitglied der Deutschen 4x100 Meter Staffel sprintete er zu Bronze. Vom Sport Leben kann er trotzdem nicht: "Es fehlen einfach die Sponsoren." Darum wünscht er sich, dass der Behindertensport eine noch größere Unterstützung erfährt.

Frust nach den Spielen?

"Ist es nicht ein bisschen frustrierend?", wollte WDR 2 Moderator Stefan Quoos in der Westzeit wissen, "alle bejubeln jetzt die paar Tage Paralympics und dann spricht bis zu den nächsten Spielen wieder keiner davon." Rehm stimmte zu: "Das Interesse dieses Jahr war wirklich unglaublich groß, das wird jetzt sicher wieder abflachen". Trotzdem wünsche er sich, dass das öffentliche Interesse bei den Weltmeisterschaften im französischen Lyon im kommenden Jahr wieder da sei.

"Absoluter Leistungssport"

Internationale Wettbewerbe wie die Paralympischen Spiele hätten eine positive Wirkung für den gesamten Behindertensport. "Viele haben ein völlig falsches Bild. Auch Menschen mit Behinderung betreiben absoluten Leistungssport" stellte Markus Rehm in der Westzeit klar. Und das will er auch bei den kommenden Paralympischen Spielen 2016 in Rio wieder unter Beweis stellen.


Stand: 11.09.2012, 11.18 Uhr