Hohe Rohölpreise Keine Absprache nachzuweisen

Kälte, hohe Rohölpreise und ein niedriger Euro treiben die Spritkosten in die Höhe. Es sieht so aus, als würde sich daran so schnell nichts ändern. Doch daran kann auch das Kartellamt nichts ändern.


Ein Mann steht mit herausgezogener Hosentasche vor einer Zapfsäule und schaut auf die hohen Spritpreise

Wettbewerb beleben

"Wir können nur versuchen, den Wettbewerb an den Tankstellen zu beleben", sagte der Präsident des Bundeskartellamtes Andreas Mundt im Gespräch mit WDR 2. Es sei zwar ein klares Systmen zu erkennen, nachdem die fünf großen Mineralöl-Konzerne ihre Preise erhöhen. Doch Abprachen bei den Benzinpreisen hätte das Kartellamt nicht nachweisen können. Er rät deshalb allen Autofahrern ihr Benzin an freien Tankstellen zu kaufen.

Dauerhaft hohe Preise?


Auf sinkende Preise können die Autofahrer kaum hoffen. "Es zeichnet sich bei Öl ein konstant hohes Niveau ab", sagte Rainer Wiek vom Hamburger Energie-Informationsdienst EID. Auch Heizöl hält sich mit 94,20 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3.000 Litern) auf dem höchsten Stand seit Sommer 2008. Der Preis ist ebenfalls nicht weit vom Rekord von 98 Euro aus dem Jahr 2008 entfernt und schon seit mehr als zwei Wochen ungefähr so hoch. "Das ist der Unterschied zu 2008", sagte Wiek. "Damals ging es nur um eine kurze Preisspitze, jetzt sehen wir dauerhaft hohe Preise."


Iranische Ölraffinerie bei Abadan
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Iranische Ölraffinerie bei Abadan

Hohe Wiederbeschaffungspreise

Ursachen für die hohen Preise sind teures Rohöl und ein relativ schwacher Euro. Das schlägt auf die Beschaffungspreise der Tankstellen durch. "Am Rotterdamer Ölmarkt kostete Superbenzin zeitweise fast 62 Euro-Cent je Liter", sagte Tobias Wolny vom deutschen Marktführer Aral. "Das war der höchste Stand aller Zeiten." Den wichtigsten Einfluss auf die Benzin- und Heizölpreise hat der Rohölpreis, weil die Produkte aus Rohöl gemacht sind. Am Montag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent mehr als 122 Dollar, so viel wie seit dem vergangenen April nicht mehr. Schon seit mehr als einem Jahr notiert Rohöl über 100 Dollar. Allerlei Negativ-Nachrichten aus dem Iran, Libyen, Syrien, Nigeria und dem Sudan haben zusätzlich dazu beigetragen.

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Stand: 23.02.2012, 16.37 Uhr