Bericht zur Elektromobilität Mehr Förderung nötig

Sie gelten als die Zukunft, begeistern aber die Autokäufer noch nicht so richtig: Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. In Berlin wird heute der dritte Fortschrittsbericht zum Ausbau der Elektromobilität an die Bundesregierung übergeben. Die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) sieht ohne zusätzliche Förderung das Ziel von einer Million E-Autos bis 2020 als gefährdet an. Mit den derzeitigen Rahmenbedingungen seien nur rund 600.000 Autos zu schaffen, heißt es in dem Bericht.

Noch skeptischer äußert sich der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. "Die Elektromobilität ist in Deutschland dabei zu sterben", sagte der Direktor des Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen. "So wie es derzeit aussieht wird man froh sein, wenn man zehn Prozent des Ziels, also 100.000 Fahrzeuge erreicht", sagte Dudenhöffer.


Ein Elektroauto wird an einer Ladestation betankt
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Ein Elektroauto wird an einer Ladestation betankt

Autoexperte skeptisch


Dudenhöffer betonte, nach 2.044 E-Autos im Jahr 2011 seien in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres erst 1.478 elektrisch betriebene Fahrzeuge zugelassen worden. Der Preis für das Fahrzeug werde nun gesenkt, so Dudenhöffer. "Aber nicht, weil man neue Kostensenkungen hat, sondern weil die Fahrzeuge sich nicht verkaufen."

Hohe Förderungen in Japan und den USA


Der Bericht der NPE verweist auf die Marktführerschaft Japans und der USA, wo es Förderungen zwischen 5.000 und 9.500 Euro pro Auto gebe. In vier "Schaufensterregionen" (Baden-Württemberg, Berlin/Brandenburg, Niedersachsen und Bayern/Sachsen) sollen in den nächsten Jahren tausende E-Autos auf ihre Alltagstauglichkeit überprüft worden und zum Beispiel Hinweise über das Ladeverhalten der Autofahrer liefern.

Ziel Elektromobilität

Die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) soll der Regierung bei ihrem Ziel helfen, bis 2020 rund eine Million Elektro-Autos auf die deutschen Straßen zu bringen. Mitglieder sind Vertreter von Industrie, Energiewirtschaft, Wissenschaft, Politik, Gewerkschaften und Umweltverbänden.


Stand: 20.06.2012, 11.00 Uhr