Fachkräftemangel in Deutschland Potential nutzen

Die Bundesregierung will mehr Fachkräfte aus dem In- und Ausland gewinnen. Sie setzt dabei auf die vorhandenen Potenziale von Frauen, Älteren und Jugendlichen für den Arbeitsmarkt, aber auch auf qualifizierte Zuwanderung, wie aus dem am Mittwoch (22.06.2011) im Bundeskabinett beschlossenen Fachkräfte-Konzept hervorgeht.

Die Sicherung von Fachkräften in Deutschland werde eine entscheidende Herausforderung der nächsten Jahre, sagte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nach der Kabinettssitzung. Konkret entfällt ab Mittwoch die Vorrangprüfung für Ärzte, Maschinenbau- und Elektroingenieure. Die Arbeitsagenturen müssen dann nicht mehr prüfen, ob es für die Stelle einen inländischen oder einen Bewerber aus der EU gibt, bevor ein Drittstaaten-Angehöriger eingestellt werden darf.


Schild mit der Aufschrift "Fachkraft"

Noch mehr Diskussionsbedarf

Von der Leyen sagte, dies sei ein wichtiger erster Schritt. In den nächsten Wochen werde auch die Frage der Gehaltsgrenze für hoch qualifizierte Zuwanderer neu diskutiert, kündigte sie an. Derzeit müssen diese mindestens 66.000 Euro im Jahr verdienen, um sich niederlassen zu können. In EU-Kreisen werde derzeit über eine Verdienstschwelle des anderthalbfachen des Durchschnittsverdienstes diskutiert, sagte von der Leyen. In Deutschland seien dies rund 40.000 Euro. Opposition und FDP fordern eine Absenkung der Schwelle. Das größte Potenzial an Fachkräften liege bei den Frauen, sagte von der Leyen. Mehr als sechs Millionen seien nicht berufstätig, viele wollten aber arbeiten. Frauen in Teilzeitjobs wollten oft ihre Arbeitszeit erhöhen.

NRW will in die Fachkräfte investieren

Auch die nordrhein-westfälische Regierung will den Kampf gegen den Fachkräftemangel verstärken. Mit einem 50-Millionen-Euro-Programm sollen Hürden genommen werden. Wie Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) am Dienstag (21.06.2011) mitteilte, hat das Landeskabinett ein entsprechendes Sonderprogramm beschlossen. Ohne Gegenmaßnahmen fehlten in NRW wissenschaftlichen Prognosen zufolge bis 2020 über 630.000 Fachkräfte, sagte Schneider.

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Stand: 21.06.2011, 17.44 Uhr