Stromnetz drohte Zusammenbruch: Gefährdung durch Händler?
In den kalten Wintertagen war das deutsche Stromnetz möglicherweise durch riskante Handelsgeschäfte von einem Zusammenbruch bedroht. Nach Medienberichten kritisiert die zuständige Bundesnetzagentur in einem Schreiben, dass es zu gefährlichen Defiziten im Stromnetz gekommen sei.

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Umspannwerk in Wachtberg-Liessem
War keine Absicherung mehr verfügbar?
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- Audio: Stundenweise war zuwenig Leistung da - fast-Blackout in Deutschland? (16.02.2012) Jörg Marksteiner/Stefan Vogt, WDR 2 Mittagsmagazin
Deshalb sei im Störungsfall teilweise keine Absicherung mehr verfügbar gewesen - wenn also Kraftwerke ausgefallen wären, hätte das Netz kollabieren können. "Wir werden das in alle Richtungen untersuchen", sagte ein Sprecher der Aufsichtsbehörde am Donnerstag (16.02.2012) und bestätigte den Bericht. Die Behörde sprach von einer sehr ernsten Situation.
Waren Prognosen kleingerechnet, um zu sparen?
Konkret gehe es darum, dass Hunderte Stromhändler für Großverbraucher und Versorger den Strom zukaufen, der gerade benötigt wird. Sie schätzen dabei anhand von Erfahrungswerten ab, wie viel Strom gebraucht wird. Weil durch eine enorme Nachfrage, etwa auch in Frankreich, der Strompreis an der Börse auf teils weit über 350 Euro für die Megawattstunde hochschnellte, besteht der Verdacht, dass die Händler Kosten sparen wollten und die Prognosen entsprechend kleinrechneten.
Kaltreserven angezapft
Weil aber durch eine höhere Nachfrage zu wenig Strom vorhanden war, musste über die für Notfälle als Absicherung des Systems vorgesehene Regelleistung zurückgegriffen werden, die mit Kosten von rund 100 Euro je Megawattstunde deutlich billiger ist. Diese Kosten werden den Stromhändlern im Nachhinein berechnet. Laut Medienberichten musste wohl auch wegen der gefährlichen Unterdeckung die Kaltreserve, bestehend aus Kohle-, Gas- und Ölkraftwerken in Deutschland und Österreich, angezapft werden.
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Stand: 16.02.2012, 12.42 Uhr
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